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Die Unfassbaren 2
Die Unfassbaren 2
© Concorde

Kritik: Die Unfassbaren 2 (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Tolle Effekte und spektakuläre Wendungen – damit konnte 2013 der im Magier-Milieu angesiedelte Heist-Thriller "Die Unfassbaren – Now You See Me" auftrumpfen. Logik und Figurenzeichnung spielten dabei keine große Rolle, was so manchen Kritiker – nicht ganz zu Unrecht – die Nase rümpfen ließ. Ähnlich präsentiert sich auch die Fortsetzung des Gaunerspaßes, die nach den überraschend positiven Einspielergebnissen unvermeidlich war. Statt Louis Leterrier schwingt nun Jon M. Chu das Zepter und beweist, dass er die Marschroute des Vorgängers verinnerlicht hat. Abermals bekommt der Zuschauer einen rasant getakteten und mit Überraschungen garnierten Plot serviert, der Plausibilität hinten anstellt. Unterhaltsam ist das noch immer. Und doch entsteht der Eindruck, vieles aus dem ersten Teil zu kennen.

Schade ist vor allem, dass die trickreichen Protagonisten keine sonderlich spannende Weiterentwicklung erfahren, sondern größtenteils die Stereotypen bleiben, die sie schon 2013 waren. Ein wenig ausgeglichen wird dieser Umstand einmal mehr durch die markanten Darbietungen des Star-Ensembles, das mit Lizzy Caplan einen besonders überzeugenden Neuzugang verzeichnet. Hervorstechen kann ohne Frage auch Woody Harrelson, der hier eine Doppelrolle innehat und als Merritts exzentrischer Zwillingsbruder für kurios-denkwürdige Momente sorgt. Deutlich weniger glänzen darf Daniel Radcliffe, dessen Antagonisten-Part nicht über interessante Ansätze hinauskommt. Auch deshalb, weil eine Enthüllung im Verlauf des zweiten Aktes seiner Figur die Flügel stutzt.

Beispielhaft für die amüsante, allerdings nicht immer vollends geglückte Inszenierung ist die Sequenz, in der die "Vier Reiter" J. Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), Merritt McKinney (Harrelson), Jack Wilder (Dave Franco) und Lula (Caplan) den Auftrag des skrupellosen Walter Mabry (Radcliffe) in die Tat umsetzen wollen. Einerseits macht das muntere Wechselspiel – die Illusionisten reichen heimlich einen brisanten Computerchip hin und her – durchaus Spaß. Andererseits ist in manchen Einstellungen jedoch allzu offensichtlich, dass hier digital nachgeholfen wurde. Was im Umkehrschluss die angeblich so fingerfertigen und geschickten Hauptfiguren ein Stück weit entzaubert. Weniger wäre an dieser Stelle, wie so oft, wohl etwas mehr gewesen. Genau andersherum verhält es sich mit der übergreifenden Thematik des Datenmissbrauchs, die leider nur oberflächliche Beachtung bekommt.

Alles in allem ist "Die Unfassbaren 2" eine absolut solides Sequel, das dem unterhaltsamen, aber gewiss nicht überragenden Vorgänger das Wasser reichen kann, mit Blick auf den bereits angekündigten dritten Teil jedoch keine Innovationshoffnungen weckt. Wahrscheinlich gibt es auch im Nachfolger mehr vom Gleichen, weshalb sich durchaus die Frage stellt, ob die Reihe nicht besser jetzt schon zum Abschluss kommen sollte.

Fazit: Kurzweilige, flott inszenierte Fortsetzung zum Heist-Thriller "Die Unfassbaren – Now You See Me", die dem ursprünglichen Konzept allerdings nur wenig Neues hinzufügen kann. Umso wichtiger, dass die illustre Darstellerriege einmal mehr große Spielfreude versprüht.




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