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The King of Pigs
The King of Pigs
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: The King of Pigs (2011)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Yeon Sang-Hos "King of Pigs" ist ein koreanischer Animationsfilm, der so ganz anders ist, als die meisten bekannten Animes aus dem benachbarten Japan. Während die Japaner die bewegten Zeichnungen gern nutzen, um phantastische Traumwelten zu erschaffen, ist "King of Pigs" ein realistisches Drama und eine äußerst herbe Gesellschaftskritik. Und selbst wenn japanische Animes keine zuckerwatteweichen Traumwelten, wie die berühmten Märchen von Hayao Miyazaki ("Das wandelnde Schloss", 2004) zeigen, sondern wüste Visionen voller überbordender Gewalt wie in dem Cyberpunk-Thriller "Akira" (1988), so sieht diese Gewalt vielleicht grotesk, aber trotzdem in der Regel sehr ästhetisch aus. Nichts davon gilt für "King of Pigs", der auch visuell so roh, hart und dreckig ist, wie der gesellschaftliche Mikrokosmos, den der Film porträtiert.

"King of Pigs" zeigt eine zutiefst materialistische Gesellschaft, die zudem unerbittlich starr und hierarchisch ist. Anders, als zum Teil noch in Europa, ist die Zugehörigkeit zu der gesellschaftlichen Oberschicht keine Frage der Abstammung, sondern einzig eine Frage des Geldes. Aus einfachen Verhältnissen stammende Kinder, wie die beiden Freunde Jong-suk und Kyung-min, werden bereits in der Schulzeit derart penetrant von den verschnöselten und verzogenen Kindern reicher Eltern als Loser abgestempelt und gemobbt, dass sie bereits völlig gebrochen sind, wenn "der Ernst des Lebens" überhaupt erst beginnt. So hat Jong-suk seine Rolle so sehr verinnerlicht, dass er es wortlos hinnimmt, als ihn sein Arbeitgeber auf absolut despektierliche Weise angeht. Er läuft wie ein geprügelter Hund – oder wie "ein Schwein" - durch das Leben. Sein ehemaliger Freund Kyung-min wirkt hingegen zunächst so, als ob er sowohl menschlich, als auch von seiner Stellung in der Gesellschaft her, einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. Aber in Wirklichkeit ist auch er ein innerlich völlig deformiertes Schwein, das es höchstens noch zu einem neuen "König der Schweine" bringen kann.

Fazit: Yeon Sang-Hos "King of Pigs" ist ein faszinierend-deprimierend-delirierender Schlag in die Magengrube und so anziehend, wie ein Schwarzes Loch.




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