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The Bachelor Weekend
The Bachelor Weekend
© drei-freunde

Kritik: The Bachelor Weekend (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Dass es sich bei "The Bachelor Weekend" trotz einiger inhaltlicher Parallelen nicht um einen irischen Abklatsch der US-amerikanischen Komödientrilogie "Hangover" (2009, 2011, 2013) handelt, wird schnell deutlich. Eingebettet in irisches Lokalkolorit erzählen der Regisseur John Butler und sein Ko-Drehbuchautor Peter McDonald in einem deutlich kleineren Rahmen und weniger drastisch von einem folgenreichen Junggesellenabschied, bei dem die melodramatischen Töne im Laufe der Handlung immer präsenter werden. Und auch die Figuren um den verweichlichten Bräutigam sind auf den ersten Blick nicht das typische Personal aus einem klassischen Männerfilm.

Dabei werden die "unmännlichen" Figuren keineswegs als bloße Karikaturen dargestellt und auch von den Schauspielern durchaus ernst genommen. Dennoch erweist sich "The Bachelor Weekend" als eine Art läuterndes Korrekturprinzip für seine Protagonisten, das mit deren Eigenheiten nicht einverstanden zu sein scheint. Beim Zusammenprall der als metrosexuell zu bezeichnenden Freunde mit dem hypermaskulinen "The Machine" bekommt so jede Seite ihre Lektion erteilt: Die einen lernen, auch mal zuzuschlagen und ihren Mann zu stehen, während der Macho seinen weichen Kern entdecken muss.

Das Potenzial einen sehenswerten Männerfilm der anderen Art zu zeigen, opfern die Filmemacher somit einer vorhersehbaren Dramaturgie und einer letzten Endes konservativen Moral. Ärgerlich an "The Bachelor Weekend" ist aber weniger seine klischeehafte Story, als vielmehr deren unbeholfene Umsetzung. Das nachlässige Drehbuch reiht Plotloch an Plotloch und macht zugleich jede glaubwürdige Charakterentwicklung zunichte: Da traut sich der ängstliche Fionnan beispielsweise nicht einmal Risotto zu essen, weil er die Inhaltsstoffe fürchtet, nur um wenige Szenen später, mit größter Selbstverständlichkeit und ohne mit der Wimper zu zucken, halluzinogene Drogen zu sich zu nehmen.

Solche Inkonsequenzen und Widersprüche durchziehen den gesamten Film – sei es als plumpe Toleranzbotschaft für Homosexualität, die reichlich verlogen wirkt, nachdem man zuvor eine Stunde lang mit peinlichen Schwulenwitzen bombardiert wurde oder als unglückliche Verquickung von Herzschmerz mit billigen Zoten. Das Potenzial, das in dem Stoff sicherlich schlummert, und auch die engagierten Leistungen der Darsteller werden von den Filmemachern so leider verschenkt.

Fazit: Diese harmlose Junggesellenkomödie kann trotz interessanter Ansätze und guter Darsteller nicht überzeugen. Dafür sorgt vor allem ein ärgerliches Drehbuch voller Plotlöcher und peinlicher Zoten.




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