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Rico, Oskar und das Herzgebreche
Rico, Oskar und das Herzgebreche
© 20th Century Fox

Kritik: Rico, Oskar und das Herzgebreche (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Berliner Junge Rico, der sich selbst tiefbegabt nennt, und sein hochintelligenter, aber ängstlicher Freund Oskar spielten sich im Sommer 2014 umstandslos in die Herzen der Kinozuschauer. Deshalb folgt nun auf "Rico, Oskar und die Tieferschatten" der zweite von drei Filmen nach den gleichnamigen Kinderbüchern von Andreas Steinhöfel. "Rico, Oskar und das Herzgebreche" bietet ein Wiedersehen mit zahlreichen Darstellern, aber als Regisseur war diesmal nicht Neele Leana Vollmar, sondern Wolfgang Groos an Bord. Es gibt erneut einen Detektivfall und viele Anlässe für Rico und Oskar, über die mysteriöse Welt der Erwachsenen zu staunen und sich ihren eigenen, schräg erhellenden Reim darauf zu machen. Im Großen und Ganzen gelingt es dem Sequel, an das Spaßniveau des ersten Films anzuknüpfen, obwohl es sich auch Ausrutscher leistet.

Der wissbegierige Rico spricht immer noch die neuen Wörter, die er von Oskar aufschnappt, auf sein Aufnahmegerät: Um "inkognito" zu sein, sagt der Freund, trage er nun seinen auffälligen Helm nicht mehr. Besonders Oskar fällt in diesem zweiten Teil auf bewährte Weise mit lustig-coolen Sprüchen auf. Rico hingegen wirkt nicht mehr ganz so schusselig, er ist selbstsicherer geworden und kommt nur noch selten durcheinander. Dann sind die Aufnahmen seines Kopfes im Film ganz verwackelt. Karoline Herfurth spielt die Nachtclub-Angestellte Tanja erneut als leicht prollige, aber herzensgute Sympathieträgerin. Anders als es der Filmtitel suggeriert, hat die Liebe über weite Strecken Pause, denn der Detektivfall steht im Vordergrund.

Einige Nebenrollen sind gelungen, andere jedoch führen die alte Unsitte deutscher Kinderfilme auf, Erwachsene als Slapstick-Tölpel zu zeichnen. Ursela Monn zum Beispiel muss als gutmütige Nachbarin Frau Dahling in einer Fensteröffnung hängenbleiben – weil sie auf die Jungen aufpassen will, aber vollkommen hilflos ist. Und Moritz Bleibtreu wird als stotternder, schikanierter Sohn Ellies verheizt. Solche überzeichneten Charaktere laufen dem positiven Eindruck des ersten Films zuwider, dass sich die Kinder in einem realistischen Umfeld bewegen.

Obwohl sie abwesend sind, spielen die Väter der beiden Jungen in ihren Gedanken eine große Rolle. Man darf gespannt sein, was sich daraus im dritten Abenteuer ergibt. Das gilt auch für das Thema Mädchen, denn Rico und Oskar werden älter und die aufdringlichen Zwillingsschwestern von nebenan haben sie bereits ins Visier genommen. Alles in allem gelingt es diesem zweiten Film, im Fahrwasser des tollen ersten zu schwimmen, aber er wirkt nicht ganz so ideenreich und mutig.

Fazit: Der zweite Film nach den gleichnamigen Kinderbüchern von Andreas Steinhöfel bietet den beiden Berliner Jungs erneut Gelegenheit, ihren skurrilen Charme auszuspielen. Dass diesmal auch einige überzeichnete Erwachsenenfiguren mitmischen, verpasst dem insgesamt gelungenen Spaß einen kleinen Dämpfer.





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