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8 Namen für die Liebe
8 Namen für die Liebe
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: 8 Namen für die Liebe (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das Klischee von der Erzfeindschaft zwischen Basken und Spaniern beliefert diese romantische Komödie von Regisseur Emilio Martínez Lázaro mit jeder Menge witzig-scharfer Munition. Der Film lockte in Spanien über zehn Millionen Zuschauer in die Kinos und dürfte auch hierzulande sein Publikum finden. Denn das patriotische Lagerdenken wird sehr spaßig durchdekliniert, von feuriger Leidenschaft durchkreuzt und dabei natürlich auch ad absurdum geführt. Schon der Titel verweist auf das massive Problem, das den Andalusier Rafa in der baskischen Höhle des Löwen erwartet: Er muss als vermeintlicher Schwiegersohn vor den prüfenden Augen eines Einheimischen bestehen und brüstet sich damit, als guter Baske acht Nachnamen zu besitzen. Leider fallen ihm auf Anhieb aber nur sieben ein. Als achten nennt er schließlich den Fußballer-Namen Clemente, was ihn sofort suspekt erscheinen lässt: Das sei doch gar kein baskischer Name, wirft ihm Amaias Vater vor. Nun hat sich der künftige Schwiegersohn doch tatsächlich selbst einen Makel in den Familienstammbaum geschrieben.

Heißblütig sind sowohl die Andalusier, als auch die Basken, so dass zwischen Rafa und Amaia schon zu Anfang die Fetzen fliegen. Aber das Feuer ihrer Differenzen entfacht auch die Leidenschaft, zumindest bei Rafa, während sich die von ihrem Bräutigam sitzengelassene Schöne noch spröde gibt. Weil der misstrauische Vater findet, die beiden verhielten sich gar nicht wie ein richtiges Liebespaar, muss Amaia ein paar Konzessionen machen und es zum Beispiel zulassen, dass Rafa den Arm um ihre Taille legt oder sie küsst. So hilft das Theaterspiel, das für den Vater veranstaltet wird, der eigentlich von allen Seiten für unmöglich gehaltenen Beziehung auf die Sprünge.

Die vielen Prüfungen, die Rafa als Baske bestehen muss, sorgen stets aufs Neue für lustige und prekäre Situationen und nehmen geradezu aberwitzige Ausmaße an. Zur Seite steht ihm eine andalusische Frau (Carmen Machi), die er im Bus kennenlernte und für ihn die Rolle der baskischen Mutter übernimmt. So hält die Geschichte auch für Amaias Vater ein wenig Romantik mit ungewissem Ausgang bereit. Zwar ist das Handlungsgerüst sehr simpel und auch keineswegs innovativ, aber die Dialoge wirken oft unwiderstehlich lustig. Die Situationskomik lässt kein Fettnäpfchen aus, angefangen von der Art, wie man sich im Baskenland begrüßt bis hin zum absolut verpönten Handy-Klingelton. Alles in allem ist die gut gespielte Komödie zwar einfach gestrickt, besitzt aber eine Extraprise Pfeffer.

Fazit: Die romantische Komödie bezieht ihren gepfefferten Witz aus der berüchtigten Unverträglichkeit zwischen Spaniern und Basken und führt sie lustvoll ad absurdum. Das Versteckspiel eines Andalusiers, der sich im Baskenland einer Frau zuliebe als Einheimischer ausgeben will, unterhält mit deftiger Situationskomik.




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