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Borgman
Borgman
© Pandastorm Pictures

Kritik: Borgman (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wer aufgrund der Inhaltsangabe von "Borgman" einen klassischen Home-Invasion-Thriller erwartet, wird von Alex van Warmerdams neuestem Film wohl gehörig enttäuscht werden. Der niederländische Regisseur und Drehbuchautor hat schon mit seinen vorhergehenden Arbeiten wie "Abel" (1986) und "Grimm" (2003) gezeigt, dass er kein Mann für typische Genre-Kost ist und so erweist sich auch sein aktueller Spielfilm als eher schwer verdauliches Arthouse-Kino.

Denn so durchlässig sich die Mauern der Villa für den unheimlichen Borgman erweisen, so wenig ist van Warmerdam an Einschränkungen wie einer konventionellen Dramaturgie oder einer stringenten Figurenpsychologie interessiert. Einer surrealen Traumlogik folgend pendelt der Film so von einer Stimmung zur nächsten und lässt dabei eine Vielzahl von Genres anklingen, ohne sich deren Regeln unterzuordnen. Motive des Märchens mischen sich von Anfang an unter den Thriller-Plot und immer mehr nehmen fantastische und übersinnliche Elemente überhand, bis die Grenzen zwischen Traum und Realität, zwischen Bewusstsein und Unbewusstem schließlich vollständig verschwimmen.

Nüchtern und anspielungsreich inszeniert van Warmerdam das rätselhafte und stetig undurchschaubarer werdende Treiben auf der Leinwand, das ganz gezielt mehr Fragen aufwirft als es eindeutige Antworten liefert. Vor allem zu Beginn von "Borgman" weiß dieser Kontrast zwischen van Warmerdams konzentrierter Regie und dem unberechenbaren Geschehen zu faszinieren: Die bisweilen abrupten Wechsel zwischen sozialkritischer Satire, Horror voller religiöser Symbolik und groteskem Humor überraschen und sorgen durchaus für Kurzweil und anregende Interpretationsmöglichkeiten.

Doch mit zunehmender Laufzeit werden diese Stilbrüche vorhersehbar und ermüden letztlich. Die vagen Andeutungen, die der Film so verschwenderisch macht, verdichten sich nicht zu einem Erlebnis, das mehr bietet als die Summe der einzelnen Teile, und auch die anfänglich spannende Atmosphäre wird immer diffuser.

Fazit: Alex van Warmerdams "Borgman" ist ein surrealer Thriller, der vor allem zu Beginn mit unvorhersehbaren Wendungen und Brüchen zu faszinieren weiß. Das Spiel mit den Genres und Erwartungen ermüdet aber schließlich und verliert sich in einer diffusen Atmosphäre.





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