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Godzilla 2 - King Of The Monsters
Godzilla 2 - King Of The Monsters
© Warner Bros.

Kritik: Godzilla 2 - King Of The Monsters (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Godzilla II: King of the Monsters" setzt der Regisseur Michael Dougherty ("Krampus") das US-Remake "Godzilla" aus dem Jahre 2014 fort. Der Film zählt zum sogenannten MonsterVerse von Legendary Entertainment und Warner Bros., zu welchem auch das "King Kong"-Reboot "Kong: Skull Island" (2017) gehört. Das Drehbuch, das Dougherty gemeinsam mit Zach Shields verfasste, lässt die japanische Riesenechse nach ihrem Einsatz in San Francisco zurückkehren und stellt damit die Weichen für die im kommenden Jahr geplante Monsterkollision "Godzilla vs. Kong", die der Horror-Experte Adam Wingard ("You're Next") in Szene setzen wird.

Das Werk wartet neben der Titelkreatur mit diversen Geschöpfen auf, die Fans der japanischen Verfilmungen der Toho-Studios bereits bekannt sind – etwa mit dem dreiköpfigen Drachen King Ghidorah und dem Flugsaurier Rodan. Eine besondere Bedeutung kommt der überdimensionalen Motte Mothra zu. Die Gestaltung dieser Titanen ist rundum gelungen. Der einstige Charme des Handgemachten geht bei den computergenerierten Wesen zwar gänzlich verloren; dennoch entsteht hier selten das Gefühl einer seelenlosen Effektorgie, das sich zum Beispiel bei Roland Emmerichs Version aus dem Jahre 1998 einstellte.

Neben der interessanten musikalischen Untermalung, in die sich immer wieder Chorgesänge mischen, beeindruckt "Godzilla II: King of the Monsters" vor allem durch die zahlreichen Schauplätze. Der ständige Ortswechsel sorgt allerdings auch für eine Set-Piece-Dramaturgie, die stets mehr an einzelnen, möglichst spektakulären Momenten und weniger an einem großen Spannungsbogen interessiert ist. Inhaltlich durchaus reizvoll ist der Gedanke, dass die (vermeintlichen) Monster für die Erde womöglich eher eine Rettung als eine Gefahr sind, da sie den Planeten von der menschlichen Umweltzerstörung befreien. Dieser Ansatz wird leider nicht ausreichend vertieft.

Kyle Chandler ("Super 8"), Vera Farmiga ("Up in the Air") und Millie Bobby Brown ("Stranger Things") agieren als zentrales Familientrio solide; die emotionalen Konflikte reißen jedoch nur bedingt mit. Spannend ist, dass insbesondere die Motive der von Farmiga verkörperten Forscherin lange Zeit unklar sind; ohnehin ist die Aufteilung der Figuren in Gut und Böse etwas weniger eindeutig, als dies in etlichen (Hollywood-)Produktionen der Fall ist. Andere Ensemblemitglieder – etwa Sally Hawkins, die schon im ersten Teil mitwirkte – gehen indes völlig unter.

Fazit: Ein aufwendiger Kampf der Titanen, der tricktechnisch überzeugt und ein paar interessante Grundgedanken liefert, die aber kaum verfolgt werden.




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