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The Purge: Election Year
The Purge: Election Year
© Universal Pictures International Germany

Kritik: The Purge: Election Year (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit seinem massentauglichen Terror-Horror-Franchise "The Purge", das den US-Waffenwahn anprangert und auf Missstände in Politik und Gesellschaft verweist, schuf Regisseur und Drehbuchautor James DeMonaco eine der erfolgreichsten Horror-Reihen der letzten Jahre. Schon nach dem kommerziellen Erfolg des Erstlings von 2013, legte DeMonaco – der bei den Filmen nicht nur Regie führt sondern auch die Handlung liefert – bereits ein Jahr später mit "The Purge: Anarchy" (2014) nach. Bei einem Budget von nicht einmal neun Millionen Dollar, konnte der zweite Teil der Reihe über das Zehnfache der Kosten einspielen. Der dritte Film, "Election Year", hat mit einem Einspiel von aktuell rund 115 Millionen Dollar den Vorgänger bereits überholt und ist schon jetzt der erfolgreichste der Reihe – und das, obwohl er in Ländern wie Deutschland erst seit wenigen Wochen läuft. Gedreht wurde "Election Year" im Herbst 2015 im US-Bundesstaat Rhode Island.

Am gelungensten am dritten "Purge"-Teil sind die aktuellen politischen Bezüge und Verweise, die DeMonaco hier immer wieder konsequent und an gezielt klugen Stellen eingebaut hat. Wenn korrupte Politiker einfach so Gesetze ändern lassen, um ihre politischen Ziele zu erreichen und auf den Wahlkampf-Veranstaltungen neben Populismus auch pathetische Nonsens-Reden vorherrschen, so wird klar: hier wird auf die in diesem Jahr anstehende Präsidenten-Wahl, die monumentalen Wahlkampf-Kitsch-Events im Vorfeld sowie Donald Trump angespielt, der sich bereits häufiger rassistisch äußerte und gegen Minderheiten wetterte. Ihm wäre die reale Umsetzung der "Purge" doch glatt zuzutrauen.

Immer wieder setzt Regisseur DeMonaco auf das bewährte Rezept der reinigen Gewaltnacht: zu sehen gibt es erneut vor allem wohlhabende Bürger, die die Nacht nutzen, um zu plündern, zu stehlen, zu vergewaltigen und zu morden. Gewalt als säuberndes Element, um den Alltagsfrust zu vergessen, seine Wut an Unschuldigen und Schwachen auszulassen und die Gesellschaft vom Abschaum und vermeintlichen Bodensatz zu befreien. Die verstörenden Masken mit ihren grinsenden, Furcht einflößenden Fratzen sind dabei natürlich ebenso wenig neu und überraschend wie auch die vor Anarchie und orgiastischer Tötungs-Lust strotzenden Gewaltszenen.

Dennoch: DeMonaco gelingt es mit einigen neuen Ideen und Ansätzen, Abwechslung in die bekannte Rezeptur zu bringen. Für Überraschungen sorgen diesmal u.a. eine weibliche "Purge"-Legende, die die Seiten gewechselt hat sowie eine bluthungrige Gang junger Frauen. Der schönste – aber auch verstörendste – dieser Einfälle, da er dieser Gesellschaft doch glatt zuzutrauen wäre: mittlerweile hat sich die "Purge"-Nacht auch zu einem eigenen Wirtschaftszweig in den USA entwickelt: unzählige Touristen reisen Jahr für Jahr in das Land der wahrlich unbegrenzten Möglichkeiten, um am brachialen, unmenschlichen und unbarmherzigen Gewaltakt teilzunehmen, der auch noch staatlich genehmigt ist.

Fazit: Obwohl das Grundrezept aus Anarchie, verstörender Mord-Lust und blutiger Gewalt-Orgien nicht neu ist, überzeugt der Film mit einigen gelungenen neuen Einfällen sowie aktuellen politischen und gesellschaftlichen Bezügen zum Stand der USA.





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