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The Pyramid - Grab des Grauens
The Pyramid - Grab des Grauens
© 20th Century Fox

Kritik: The Pyramid - Grab des Grauens (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"The Pyramid - Grab des Grauens" ist das Regiedebüt von Grégory Levasseur. Für den Horrorfilmfan ist der Franzose jedoch kein Unbekannter. Levasseur ist ein alter Kinderfreund der Genregröße Alexandre Aja. Für ihn hat Levasseur bei zahlreichen Filmen wie "High Tension" (2003), "The Hilly have Eyes" (2006) oder "Alexandre Ajas Maniac" (2012) als Koautor, Produzent und Second Unit Director mitgewirkt. Da es sich bei einem Großteil dieser Kollaborationen um gute bis herausragende Genrebeiträge handelt, wurden an Levasseurs ersten Film als Regisseur in Fan-Kreisen recht große Erwartungen geknüpft. Leider muss man sagen, dass der Filmemacher diesen Erwartungen nur bedingt gerecht geworden ist.

Das erste, was einem beim Betrachten des Films sofort auffällt ist, dass sich Levasseur nicht einer Aja ähnlichen ausgefeilten visuellen Gestaltung bedient, sondern auf den zur Zeit arg modischen Wackelkamera-Look setzt. Gerade erst hatte sich ein Forscherteam in dem sehr mittelprächtigen Horrorfilm "Katakomben" durch den Pariser Untergrund gewackelt. Nun ist also auch das stolze Ägypten dran. Aber was Authentizität suggerieren soll, hat den Effekt, das es einen Großteil der Atmosphäre zerstört. Spätestens wenn sich die Bilder unmotiviert in grobe Pixel auflösen oder die Kamera - von der oft überhaupt nicht klar ist, wer sie eigentlich gerade führen soll - längere Zeit ganz aussetzt, muss man sagen, dass dieses ausgelutschte optische Gimmick in erster Linie einfach kräftig nervt.

Das ist eine Sache, die John Erick Dowdle in "Katakomben" um Längen besser gelungen ist. Dort ist der Digicam-Look wenigstens zumeist einer konkret im Film befindlichen Kamera zuzuordnen. Auch wird in in den Pariser Katakomben nicht so bemüht originell und geballt mit allen denkbaren Formen von Bildstörungen gearbeitet. Das ist aber auch so ziemlich der einzige Aspekt, in dem "Katakomben" besser, als "The Pyramid" ist. Denn während in Paris die Handlung im Verlaufe der Zeit immer stärker entschieden aus dem Ruder läuft, ergibt das grauenvolle Geschehen in Ägypten wenigstens ansatzweise Sinn.

Die geheimnisvolle Pyramide wartet mit einer ganzen Anzahl nicht komplett neuer, aber trotzdem sehr unterhaltsamer Tricks und Tücken auf. In guter französischer Tradition darf es dabei auch mal ein wenig blutiger und insbesondere auch garstiger zugehen, als man es aus manchen anderen US-Genrefilmen gewöhnt ist. Gegen Ende wartet die Geschichte mit einigen Überraschungen auf, bei denen kein Auge trocken bleibt. Es muss aber leider ergänzt werden, dass je mehr es zu sehen gibt, auch immer stärker die Begrenztheit des Budgets ins Auge fällt. Aber wer seine Erwartungen nicht zu hoch schraubt, kann in den dunklen Gängen dieser Pyramide durchaus eine angenehm gruslige Zeit verleben.

Fazit: Grégory Levasseurs Debüt "The Pyramid - Grab des Grauens" ist solide Horrorkost mit überwiegend bewährten, aber recht schmackhaften Zutaten.




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