VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Krampus
Krampus
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Krampus (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die Sagenfigur des Krampus beruht auf einer alten Legende, die aus dem deutschsprachigen Ostalpenraum stammt. Der Sage nach war der Krampus einst der Begleiter vom heiligen Nikolaus, der die Kinder, die das Jahr über ungläubig und verzogen waren, einer gerechten Strafe zuführte. In den USA ist die Figur des Krampus längst nicht so bekannt wie etwa der ebenfalls an Weihnachten schlechte Stimmung verbreitende Grinch. Der Film "Krampus" entstand im Frühjahr dieses Jahres überwiegend in Neuseeland. Regie führte Michael Dougherty, der bisher überwiegend als Drehbuchautor in Erscheinung trat, so z.B. für die Comicverfilmung "Superman returns" von 2006.

Die besondere Stärke von Krampus liegt vor allem darin, dass Regisseur Dougherty sehr stark auf Grusel und Effekte klassischer Machart setzt und sich dabei immer wieder auch vor Horror-Werken der 80er-Jahre verneigt. Der Film erinnert an Klassiker wie "Critters" und vor allem "Gremlins", in dem ebenfalls gruselige, fiese Monster unbescholtenen Bürgern das Weihnachtsfest gehörig vermiesen. Ebenso wie es der Krampus mit diebischer Freude tut. Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Filme liegt eben in jener Vorliebe für Effekte traditioneller Machart: "Krampus" verzichtet so weit wie möglich auf allzu überzogenen, überbordenden CGI-Hokuspokus und Effekte-Bombast und setzt zu großen Teilen auf handgefertigte Puppen und liebevoll gestaltete Kulissen und Settings abseits von Bytes und Pixeln.

Ohne computergenerierte Tricks kommt der Film freilich nicht ganz aus, aber er setzt sie wohl dosiert und klug platziert ein, etwa wenn der Krampus das erste Mal in seiner Gänze und in seiner kompletten, gruselig-angsteinflößenden Gestalt auf dem Dach des Hauses von einem Familienmitglied entdeckt wird. Gleichzeitig ist dies eine der stärksten weil unheilvollsten Momente des Films. "Krampus" steigert seine Spannung langsam und kontinuierlich, was zu einem großen Teil daran liegt, dass die Teufelsgestalt lange nicht im Bild zu sehen ist, sondern behutsam und dramaturgisch geschickt angekündigt bzw. in die Story eingeführt wird. So z.B. mit deutlichen Fußabdrücken im Schnee oder durch aus dem Kamin baumelnde Gimmicks, die die zwölf im Haus eingeschlossenen Familienmitglieder erst niemanden zuordnen können. Bis die Großmutter als erstes darauf kommt, dass es sich um den Krampus handeln könnte und den anderen erläutert, was es mit der Gruselgestalt auf sich hat.

Die Schockmomente und –effekte haben es mitunter in sich und sind nichts für zarte Gemüter und sanfte Seelen. Hier bedienten sich die Macher klassischer Elemente und Sequenzen bekannter Haunted-House-Filme wie etwa "You`re next" oder "The Strangers". Eine Gruppe von Menschen eingeschlossen in den eigenen vier Wänden, während draußen vor der Tür das diabolische Wesen versucht, in die (scheinbar) sichere und abgeschottete Welt des Hauses einzudringen. Gelungen sind auch die Einfälle, zum Leben erweckte, monströse Spielzeuge als Waffe des Krampus einzusetzen. Auch hier ist der Film wieder deutlich an "Gremlins" angelehnt.

Fazit: Köstlich unterhaltende, mit gelungen platzierten Schockmomenten und starken Effekten ausstaffierte Horrorkomödie zum Fest der Liebe in bester "Critters"- und "Gremlins"-Manier.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.