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Streif - One Hell of a Ride
Streif - One Hell of a Ride
© 24 Bilder © Red Bull Media House

Kritik: Streif - One Hell of a Ride (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Das Logo der Red Bull Media House GmbH zu Beginn des Films lässt es schon vermuten: "Streif – One Hell of a Ride" ist weniger ein Kinofilm als vielmehr ein auf beinahe zwei Stunden gestreckter Werbespot. Neben dem weltbekannten Zuckerwasser, dessen rote Bullen auf Trikots, Kappen und Bannern allgegenwärtig sind, wirbt Gerald Salmina hier vor allem für ein Lebensgefühl: Der Mann als selbst optimierter Übermensch, der die unberechenbare Natur bezwingt – das ist die flache Geschichte, die der österreichische Regisseur mit großem Aufwand, um Affekte bemüht und zugleich recht umständlich inszeniert.

Anhand einer wirren Dramaturgie, die unmotiviert durch Raum und Zeit springt, präsentiert der Dokumentarfilm fünf erfolgreiche Athleten. Deren Charakter, individuelle Eigenschaften oder private Gedanken sind dabei nicht von großem Interesse, über die Montage werden sie quasi zu einem Idealbild des Profisportlers verschmolzen. Aus dem Off kommentieren die Protagonisten das Geschehen auf der Leinwand und erzählen dabei wie aus einem Mund von Disziplin, Kampfgeist und einem starken Willen. Erhellend oder gar interessant sind diese Botschaften und Durchhalteparolen nicht, sie befeuern lediglich einen stumpfsinnigen Leistungs-Mythos und den Männlichkeitskult, den der österreichische Getränkehersteller auch für seine TV-Spots und zahllosen Sport-Events erfolgreich verwertet.

Ästhetisch orientiert sich "Streif – One Hell of a Ride" konsequenterweise an Leni Riefenstahl, deren Filme nach wie vor als Blaupause für abgeschmackte Werbungen und Musikvideos dienen. Zu einem unablässig emotionalisierenden Soundtrack lässt Salmina seine Helden entsprechend meist halbnackt und stets in Zeitlupe vor einer idyllischen Naturkulisse die weißen, glatten Körper trainieren. Aufnahmen von mal jubelnden, mal aufreizend tanzenden Frauen komplementieren diese kultisch überformten Bewegungsbilder, über die man gerne lachen würde, wären sie nicht mit einem solch erdrückenden und eisernen Pathos in Szene gesetzt.

Fazit: Dieser überlange Werbespot für ein österreichisches Zuckerwasser und stumpfsinnige Botschaften setzt ganz auf Überwältigung und versucht vergeblich sich als seriöser Dokumentarfilm zu tarnen.





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