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Jung & Piano - Grand Prix der Pianisten
Jung & Piano - Grand Prix der Pianisten
© Aries Images

Kritik: Jung & Piano - Grand Prix der Pianisten (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Wettbewerb "TONALi" existiert zwar erst seit 2009, gehört aber schon jetzt zu den bekanntesten Talentförderwettbewerben im Bereich der klassischen Musik in Deutschland. Der Wettbewerb findet alljährlich in Hamburg statt und wurde von zwei Cellisten ins Leben gerufen, die ihren Traum von der Berufs-Musikerkarriere wahr gemacht haben: von dieser Realisierung des Lebenstraums träumen alljährlich die zwölf fähigen Musiker, die im Rahmen des Wettbewerbs gefördert werden und am Ende vor großem Publikum spielen dürfen. "TONAli" richtet sich an junge Instrumentalisten in den Bereichen Cello, Geige und Klavier im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. Der Wettbewerb stellt nicht das Konkurrenzdenken und den Kampf um den besten Auftritt bzw. die beste Leistung vor Publikum in den Mittelpunkt sondern vielmehr das gemeinschaftliche, freundschaftliche Musizieren und Kommunizieren über klassische Musik.

Oliver Gieth arbeitet bereits seit knapp 25 Jahren als Cutter für das deutsche Fernsehen, mit seinem beachtlichen Regie-Debüt "Gib mich die Kirsche" (2004) über die Anfangsjahre des deutschen Profifußballs in Westdeutschland, hat er sich auch als Regisseur hierzulade einen Namen gemacht. Dass er das ein-mal-eins des Dokufilmens beherrscht, beweist er mit seinem anregenden, aufschlussreichen Film "Jung & Piano". Mit seiner Mischung aus Interviews, Konzertszenen und Aufnahmen von den Workshops bzw. Proben zum Wettbewerb, kreiert er einen handwerklich perfekten Film über ein Thema, dass in deutschen Dokumentationen in der Vergangenheit sträflich vernachlässigt wurde: die klassische Musik und junge, talentierte Instrumentalisten.

Dabei ist Gieth immer hautnah mit der Kamera bei den zwölf jungen Erwachsenen, deren Hingabe und Leidenschaft für die Musik auf eindrucksvolle Weise deutlich macht, wie wichtig ihnen der große Traum von der Musikkarriere ist was sie bereit sind, für den Erfolg hinten anzustellen bzw. aufzugeben. Alle zwölf Teilnehmer sind hochbegabt und haben ähnliche Lebenswege hinter sich, dennoch macht "Jung & Piano" auch die Individualität und Unterschiedlichkeit der einzelnen Personen klar. Am deutlichsten wird dies beim Höhepunkt des Films: den mitreißenden, bemerkenswerten Aufnahmen von den Auftritten vor Publikum, bei denen nochmals die Klasse und das Talent der jungen Künstler veranschaulicht wird.

Fazit: Erhellender, spannender Einblick in einen der bekanntesten und wichtigsten Talentwettbewerbe für klassische Musik in Deutschland. Ein nicht nur für Klassik-Fans empfehlenswerter Film.




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