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Top Five
Top Five
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Top Five (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Chris Rock zählt zu den beliebtesten und erfolgreichsten Comedians der USA. Anfang der 90er-Jahre war er Stammgast bei "Saturday Night Live", er hielt den Rekord als Comedian mit dem größten Live-Publikum, hatte seine eigene TV-Serie und bekam mit gerade einmal 38 Jahren seinen eigenen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Bei "Top Five" - Rocks dritter Regie-Arbeit - fungierte Rock auch als Drehbuchautor. Für den Film, der u.a. von Musiker Jay-Z produziert wurde, konnte er zudem eine illustre Runde an Freunden und Comedy-Kollegen vor der Kamera versammeln, von Kevin Hart über Adam Sandler bis hin zu Tracy Morgan.

Es dauert nicht lange und als Zuschauer wird einem schnell bewusst, welchem altgedienten Schauspieler und Regisseur Chris Rock mit seinem dritten Film Tribut zollt: dem großen Melancholiker Woody Allen. Wie auch Allen in dem Schwarz-Weiß-Klassiker "Stardust Memories" (1980) spielt Rock in "Top Five" einen Mann, der sein über Jahre von Kritik und Publikum auferlegtes Image endlich loswerden und als Regisseur (Allen in "Stardust Memories") bzw. Schauspieler (Rock in "Top Five") endlich ernst genommen werden will. Beide Werke sind demnach stark autobiografisch gefärbt. Und über weite Strecken funktioniert "Top Five" tatsächlich richtig gut, was neben den gepfefferten, mitunter äußerst bissig geratenen Dialogen vor allem an der Besetzung liegt.

Es sind nämlich die illustre Runde an Rocks Comedy-Kollegen, Freunden und persönlichen Wegbegleitern, die hier immer wieder mit guten Gags und spaßigen Einfällen punkten und vor allem auch Rosaria Dawson als selbstbewusste Journalistin. Überzeugend mimt sie eine starke, ehrgeizige Frau, die weiß was sie will und sich mit Rock immer wieder sehr amüsante und gewandte Dialog-Duelle liefert. Zu einem großartigen Film fehlt "Top Five" aber trotzdem noch eine ganze Menge: zu viele (zotige) Witze gehen nach hinten los und auch die viel zu oft bemühten, klischeeüberladenen Sketche bzw. Einlagen über Homosexuelle und Farbige, gehen auf Dauer ganz gehörig auf die Nerven. Auch erreicht "Top Five" deshalb zu keinem Zeitpunkt die herausragende Qualität von "Stardust Memories", da ihm die Allen-typische Melancholie und in Bildern verpackte Schwermut abgeht.

Fazit: Über weite Strecken gelungene, autobiografisch gefärbte Komödie mit guten Darstellern, aber zu vielen abgedroschenen Klischees und vielen nervigen Gags.




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