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Still Alice
Still Alice
© Sony Pictures Classics

Kritik: Still Alice (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"Still Alice" ist ein ergreifendes, rührendes Stück Kino-Drama von ungeheurer Wucht, das auf dem gleichnamigen, internationalen Roman-Bestseller von 2007 basiert. Das Buch stand fast ein Jahr auf den Bestseller-Listen der New York Times und war eines der meistverkauften des Jahres. Auch fürs Theater wurde das Buch bereits adaptiert. Regie führte das auch im Privatleben liierte Regie-Gespann Richard Glatzer und Wash Westmoreland. "Still Alice" wurde in nicht einmal einem Monat abgedreht und zeigt Hauptdarstellerin Julianne Moore auf dem Höhepunkt ihrer darstellerischen Kunst: für ihre mutige, erschütternd realistische Verkörperung der Hauptfigur erhielt sie vor wenigen Tagen den Oscar als beste Hauptdarstellerin. "Still Alice" gehört schon jetzt zu den stärksten, bewegendsten Dramen des Kinojahres 2015.

Es ist ein leiser, langsamer Prozess, ein gemächlicher fortschreitender Verlust der kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten, den "Still Alice" eindrucksvoll und ungemein glaubwürdig schildert. Alice verliert zunehmend immer mehr das, was für sie im beruflichen wie privaten das Wichtigste war und wofür sie jahrelang hart gearbeitet hat: Sprache und Sprachgefühl. Selbst beim Zusehen schmerzt es sehr wenn man mit ansehen muss, wie Alice, bei der im Leben bisher alles funktionierte, immer mehr die Kontrolle über ihr Dasein verliert. Tägliche, routinemäßige Tätigkeiten und Aufgaben fallen ihr zunehmend schwerer, sie verliert die Orientierung beim Joggen im nahegelegenen Park und verwechselt ihre Kinder. Besonders tragisch gestalten sich die immer häufiger auftretenden unkontrollierbaren Wutanfälle, die die Präsenz der Krankheit ebenso brutal deutlich machen.

Julianne Moore zeigt eine der besten Leistungen ihrer Karriere. Dass sie seit Jahren zu den führenden Charakter-Miminnen der Traumfabrik zählt, hat sie durch Filme wie "Das Glück der großen Dinge" oder "Crazy, Stupid, Love" bewiesen. Ihre "Still Alice"-Perfomance ist eine Meister-Leistung gefühlsbetonter, überwältigender Schauspielkunst, die nochmals eine neue Stufe, Kategorie erreicht. Darüber hinaus widmet sich "Still Alice" auch dem Aspekt, wie sich eine solch niederschmetternde, tragische Diagnose sowie der spätere unaufhaltsame Verlauf auf die gesamte Familie auswirken kann. Vor allem Alec Baldwin als treusorgender, mitfühlender Ehemann und Kristen Stewart als psychisch labile Tochter zeigen überzeugende Leistungen.

Fazit: Wuchtiges, aufwühlendes Drama mit einer hervorragenden Hauptdarstellerin, das niemanden kalt lässt.




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