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Kritik: The Perfect Guy (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der Mainstream-Thriller von Regisseur David M. Rosenthal erzählt auf bewährte und wenig innovative Weise, wie ein krimineller Stalker aus verschmähter Liebe Schritt für Schritt das Leben einer Frau zerstören will. Dabei beginnt die Geschichte so positiv: Carter wirkt wie der perfekte Mann für die beruflich erfolgreiche Leah, die schon so lange vom Familienglück träumt. Aber gibt es den perfekten Mann überhaupt? Vielleicht benimmt sich Carter eine Spur zu gut, oder vielleicht hätte es Leah stutzig machen müssen, als er andeutete, er habe seinen unbekannten leiblichen Eltern nie verziehen, dass sie ihn als Kind nicht wollten. Wahrscheinlich aber passiert es einfach, dass man die dunkle Seite eines Menschen nicht rechtzeitig erkennt. Als sich Leah von Carter trennt, werden seine spontanen Gewaltausbrüche von der dauerhaften Besessenheit abgelöst, die Kontrolle über ihr Leben zu gewinnen.

Carters Stalking steigert sich unaufhaltsam. Leah muss ihre Telefonnummern ändern lassen und es dauert eine Weile, bis Carter eine gerichtlich angeordnete Kontaktsperre aufgebrummt bekommt. Aber der Polizeibeamte Hansen (Holt McCallany) warnt Leah, dass es einen kleinen Prozentsatz von Stalkern gibt, die von jeder Gegenwehr nur noch mehr angefeuert werden. Irgendwann passiert der erste Mord. Leah erkennt, dass niemand sie beschützen kann, selbst die Polizei nicht. Die Entwicklung verläuft sehr offen und sehr geradlinig, man könnte auch sagen, plump und wenig aufregend. Die visuelle Gestaltung wirkt solide und die häufigen Szenen in nächtlichem Halbdunkel bieten eigentlich viel Raum für Nervenkitzel. Aber was ihn am Entstehen hindert, sind die fehlenden inhaltlichen Widerhaken, die für Spannung und Überraschung sorgen könnten.

Carter geht in Leahs Wohnung – einer traumhaft edlen Immobilie – heimlich ein und aus wie ein Geist, der dem Beobachter keinen Schauer über den Rücken jagt. Manche Szenen wirken pflichtschuldig, andere überflüssig – zum Beispiel, wenn Leahs Nachbarin Carter über den Weg läuft. Der Täter wirkt entweder unglaublich beherrscht, oder im Gegenteil, als wäre ihm alles egal: Hier gelingt es dem Film nicht, eine einigermaßen plausible Linie zu ziehen. Alle der sowieso nicht zahlreichen Charaktere bleiben oberflächlich gezeichnet und auf ihre Funktion als Handlungsträger reduziert. Hauptdarstellerin Sanaa Lathan zeigt zwar, dass Leah ein Charakter mit Potenzial ist. Aber dann wird zum Beispiel der spannende Konflikt, in den Leah anfangs gerät, als sich Dave nicht zur Familiengründung überreden lässt, später kurzerhand fallen gelassen. Der Unterhaltungswert des Films bleibt insgesamt bescheiden.

Fazit: Die Stalker-Geschichte, um die es in diesem Mainstream-Thriller geht, hat trotz solider visueller Gestaltung nur wenig Aufregendes zu bieten. Weder erzählt der Film viel Neues, noch sorgt er in der Charakterzeichnung oder im Detail für Überraschungen, die die vorhersehbare Entwicklung mit einer Extraportion Nervenkitzel anreichern könnten.





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