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Thor: Tag der Entscheidung
Thor: Tag der Entscheidung
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Thor: Tag der Entscheidung (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Regisseur des Films, Taika Waititi, feierte seinen Durchbruch 2014 mit der Horror-Komödie "5 Zimmer Küche Sarg". Den Marvel-Bossen war klar, dass eine Verpflichtung des Neuseeländers als Regisseur, einen deutlich erhöhten Humor-Anteil mit sich bringen würde. Waititi erklärte, dass er rund 80 Prozent der Dialoge in "Thor 3" improvisieren ließ. Der Film wurde im Sommer 2016 gedreht, u.a. in Australien und Neuseeland. Das Budget betrug rund 180 Millionen Dollar. Der Druck auf alle Beteiligten war entsprechend hoch, erwies sich der Vorgängerfilm, "Thor - Tag der Entscheidung" (2014), mit einem Einspielergebnis von fast 650 Millionen Dollar als Box-Office-Hit.

In bisher keinem anderen Film der Marvel-Studios, war der Humor-Anteil höher als in "Thor 3". Abgesehen von den beiden "Guardians of the Galaxy"-Produktionen. An deren kurzweiligem, frechem Witz, scheint sich Regisseur Waititi bei der Inszenierung von "Thor 3" auch orientiert zu haben. Und: an den bissigen Wortgefechten zwischen den Protagonisten, bei denen ein verbaler Schlagabtausch den nächsten jagt. Und diese sind hier tatsächlich größtenteils gelungen, da sie extrem derb und selbstironisch daherkommen. Das beginnt bei den – fadenscheinigen – Erklärungen Thors, was mit seinem Hammer passiert ist und findet seinen Höhepunkt immer wieder in den gewitzten, anspielungsreichen Streitereien und Frotzeleien zwischen Thor seinem bärenstarken Ex-Avengers-Mitstreiter Hulk.

Die Anwesenheit von Hulk tut dem Film sehr gut. Nicht nur, dass dank Hulks Unterschiedlichkeit zu Thor und dem schnippischen Wortwitz des Donnergotts, der Film immer wieder an die Nonchalance und die (sympathische) Respektlosigkeit guter, alter Buddy-Komödien erinnert. Auch die Action- und Kampfszenen, in denen Hulk involviert ist, überzeugen durch majestätische Schauwerte und brachiale Urgewalt. Doch nicht nur Mark Ruffalo, auch die anderen Neulinge haben starke Auftritte und heben "Thor 3" damit vom etwas unausgegorenen, ernsten zweiten Teil ab.

Besonders erwähnenswert: Jeff Goldblum als herrlich garstiger, unberechenbarer Grandmaster sowie Cate Blanchett, die wie die anderen Darsteller mit viel Spielfreude agiert. Blanchett ist, ausgestattet mit einem an ein Hirschgeweih erinnernden Kopf-Schmuck, in der Rolle der durchtriebenen Göttin Hela zu sehen, die Asgard dem Erdboden gleich machen will. Erscheint sie auf der Leinwand, stiehlt sie mir ihrer unterkühlten, unnahbaren Sexyness und bemerkenswerten Leinwandpräsenz, allen anderen die Show. Einen solch ambivalenten, vielschichtig angelegten weiblichen Fiesling, gab es in einem Comic-Film bislang noch nie.

Fazit: Ein erhöhter Anteil an schrulligem, selbstironischem Humor sowie die zahlreichen bissigen Wortgefechte, machen "Thor 3" unterhaltsamer und kurzweiliger als seine düsteren Vorgänger. Hinzu kommen die vielen spannenden, vielschichtigen Nebenfiguren und Gegenspieler, die das Thor-Universum auf gelungene Art bereichern.





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