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Kritik: Remainder (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das surreale Psychodrama "Remainder" feierte seine Premiere im Panorama der 66. Berlinale. Die deutsch-britische Koproduktion ist eine Adaption des Debütromans von Tom McCarthy. Der Autor hat zusammen mit dem israelischen Videokünstler Omer Fast das Drehbuch verfasst, für welchen der Film das fiktionale Debüt darstellt. "Remainder" ist ein Film der Metamorphosen, bei dem man nie weiß, wie er sich weiterentwickeln wird:

Zuerst steht der mühevolle Genesungsprozess des Protagonisten im Zentrum der Aufmerksamkeit. Hier beeindruckt, wie physisch und mit welchem Blick für Details der Filmemacher die Geschichte ins Bild setzt. Dinge wie das Krachen von Metallteilen auf den Kopf des Protagonisten und dessen späterer Sturz auf den Boden seines Apartments sind so unmittelbar und so intensiv, dass fast meint, diese Begebenheiten selbst zu erleben. Hierzu trägt das beeindruckende Spiel von John Sturridge bei, der es versteht, eine unheimliche Bandbreite an wechselnden Emotionen seiner Figur greifbar zu machen.

Bald treten zusätzlich Suspenselemente in die Handlung hinein: Ähnlich wie der Protagonist mit dem extremen Kurzzeitgedächtnis in Christopher Nolans Psychothriller "Memento" (2000), fragt sich der junge Mann in "Remainder", wem er überhaupt noch trauen kann. Scheinbar aus dieser Hilflosigkeit heraus entwickelt er zunehmend bizarre Ideen: Ein ganzes Haus samt (gecasteter) Bewohner und den Katzen auf dem Dach lässt er den Bildern in seinem Kopf entsprechend in der Wirklichkeit auferstehen und anschließend unter seinem gottgleichen Kommando agieren. Aber selbst dies ist nur die Vorstufe eines erneuten Morphings der Geschichte in eine Sphäre hinein, bei der man sich am Ende fragen muss, ob dieses Spiel tatsächlich ein Ende haben kann.

Fazit: Die filmische Adaption des Debütromans von Tom McCarthy ist ein extrem originelles surreales Werk, über welches man noch lange reden wird.





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