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V/H/S: Viral
V/H/S: Viral
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: V/H/S: Viral (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

1999 kam "The Blair Witch Project" in die Kinos und erlangte aufgrund einer äußerst geschickten Vermarktung trotz seiner mäßigen filmischen Qualität schnell Kultstatus. Er begründete das Subgenre des Found-Footage-Films, das auch 15 Jahre später zahlreiche Nachfolger hervorbringt. Ein Grund hierfür ist die Tatsache, dass der Amateurfilmlook dieser Filme mit einem geringen Budget und ebenso geringem künstlerischen Talent erreicht werden kann. Was früher reines Unvermögen war, gilt jetzt als besonders hip...

Eines dieser Projekte ist die Direct-to-Video-Reihe, die aus den Filmen "V/H/S" (2012), "S-V/H/S" (2013) und dem neuen "V/H/S: Viral" (2014) besteht. Die ursprüngliche Idee bestand darin eine Rahmenhandlung zu schaffen, in der eine Reihe alter VHS-Kassetten gefunden wird, welche die unterschiedlichen Kurzfilme beeinhalten, die dementsprechend im mehr oder weniger authentischen VHS-Look gedreht wurden. In "V/H/S: Viral" wirken die einzelnen Kurzgeschichten gedoch ebenso zufällig in die Rahmenhandlung eingeschoben, wie letztere wirr ausgefallen ist. In den meisten Segmenten ist der Kameraeinsatz sehr willkürlich und bedient nicht eine spezielle VHS-Optik.

Dafür ist insbesondere das umrahmende "Vicious Circles" bemüht, in einem Minimum an Zeit ein Maximum an Bildstörungen zu entfalten. So wird die Strapazierfähigkeit des Zuschauers bereits vor dem ersten zusammenhängenden Kurzfilm "Dante the Great" dadurch auf die Probe gestellt, dass gefühlte 50% aller Einzelbilder aus Bildstörungen bestehen. Der folgende "Dante the Great" wirkt mit seiner banalen Geschichte von einem Bühnen-Magier, der tatsächlich zaubern kann, wie das Wackelkamera-Remake eines uralten Horrorfilms. Da passt einfach nicht zusammen, was nicht zusammen gehört.

Noch schlimmer ist die finale "Bonestorm"-Sequenz. Diese hat die Anmutung, als habe man einen Level aus einem schlechten Computerspiel - das zudem gerade von unkoordinierten Spielern gespielt wird - eins zu eins mit Wackelkamera nachgestellt. Das unterirdische Ergebnis wirft die Frage auf, weshalb ausgerechnet bei diesem Rohrkrepierer gleich zwei "Regisseure" notwendig waren. Immerhin klingt "V/H/S: Viral" mit einem abschließenden Teil von "Vicious Circles" recht stimmungsvoll aus.

Aber einen guten Grund, sich "V/H/S: Viral" anzusehen gibt es doch. Dieser liegt in der gelungenen "Parallel Monsters"-Episode. Zwar erinnert die Ausgangslage in dem Kurzfilm von Nacho Vigalondo ("Timecrimes", 2007) stark an den kürzlich erschienenen Sci-Fi-Film "Coherence" - Auch "Parallel Monsters" ist ein interessantes Gedankenexperiment, das mit der Idee spielt, wie es wäre, wenn es uns in einer Parallelwelt noch ein zweites Mal gäbe - Allerdings macht Nacho Vigalondo etwas völlig anderes aus dieser Idee, als James Ward Byrkit in "Coherence". Mehr soll an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden...

Fazit: "V/H/S: Viral" enthält mit "Parallel Monsters" immerhin einen wirklich sehenswerten Kurzfilm. Der Rest gehört leider eher zum Bodensatz des Horrors.





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