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Der 8. Kontinent
Der 8. Kontinent
© Rekord-Film

Kritik: Der 8. Kontinent (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Wie schon sein Erstlingswerk "Kopfkino" (2011) hat der Drehbuchautor und Regisseur Serdar Dogan auch seinen zweiten Spielfilm "Der 8.Kontinent" mit einem äußerst kleinen Budget verwirklicht. Einen Mangel an Ambitionen lässt sich im Vergleich zu den offensichtlichen finanziellen Einschränkungen aber erst einmal nicht ausmachen, hat das Filmteam für diese filmische Reise doch immerhin an Originalschauplätzen auf der ganzen Welt gedreht. Von New York über Hong Kong bis nach Australien verschlägt es die von Maike Johanna Reuter gespielte Heldin Lena, die sich in diesem Drama mit ihrer Vergangenheit versöhnen und zu sich selbst finden muss.

Von außergewöhnlichen Begegnungen und spontanen Situationen will Dogan erzählen, aber wirklich überzeugen mag sein Drama dabei nie. Das liegt zum einen an dem geradezu naiv konstruierten Drehbuch, das recht unmotiviert eine Station nach der anderen abklappert und die Protagonistin mit allerhand stereotypen Figuren sowie einfältigen Dialogen konfrontiert. Abgedroschene Lebensweisheiten und teils unfreiwillig komische Zeilen wechseln sich hier ab und werden von den bemühten, aber keineswegs glaubwürdigen Darstellern mit theatralischem Ernst vorgetragen. Statt mit spezifisch filmischen Mitteln zu erzählen, vermittelt Dogan Informationen zudem lieber mit plakativen Kommentaren aus dem Off, die an ein geschwätziges Hörspiel erinnern. "Ich war völlig überfordert", lässt der Regisseur seine Hauptdarstellerin da zum Beispiel sagen, anstatt auf deren schauspielerische Ausdrucksfähigkeit zu vertrauen.

Auch visuell wirkt in "Der 8. Kontinent" vieles amateurhaft und unbeholfen, was allerdings nicht nur an dem geringen Budget der Produktion liegen dürfte. Künstlerische Entscheidungen wie die Flüge von einem Ort zum anderen mit Hilfe einer hässlichen Animation zu bebildern oder die Briefe von Lenas Mutter als im Raum schwebenden Text zu visualisieren erweisen sich als unnötige Mätzchen, die dem Geschehen nichts Wesentliches hinzufügen können.

Fazit: Diese Low-Budget-Produktion will von Spontaneität und Lebensfreude erzählen, wirkt dabei aber vor allem naiv konstruiert und plakativ. Während die Wahl der Schauplätze noch von großen Ambitionen zeugt, so erweist sich "Der 8. Kontinent" bei der Wahl seiner filmischen Ausdrucksmittel als unbeholfen und amateurhaft.




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