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Voll verzuckert - That Sugar Film
Voll verzuckert - That Sugar Film
© Universum Film

Kritik: Voll verzuckert - That Sugar Film (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Damon Gameau ist vor allem als Schauspieler bekannt, der bisher u.a. in Serien wie "How I met your mother" oder der australischen Serie "Love my way" zu sehen war. Mit "That sugar film" (so der Originaltitel) beweist er sein Händchen und Gespür für informative, investigative aber auch extrem unterhaltsame Dokumentarfilmkunst. Dass der Film dabei immer wieder auch an den ähnlich gelagerten, Fast-Food-kritischen "Super Size Me" von Morgan Spurlock erinnert - auch im Hinblick auf die Auswirkungen und Schäden für Körper und Gesundheit - sei Gameau verziehen, zumal er wesentlich verspielter und lebhafter an die filmische Umsetzung herangeht als Spurlock 2004. "That sugar film" lief auf der diesjährigen Berlinale in den Sektionen "Generation" und "Kulinarisches Kino".

"Voll verzuckert" gelingt das Kunststück, als Dokumentarfilm sowohl zu unterhalten als auch in großem Stil aufzuklären und zu informieren, vor allem über die versteckten und oft illegalen Machenschaften und Methoden der Zuckerindustrie und letztlich auch über die fatalen Folgen von überzogenem Zuckergenuss für unsere Gesundheit. Entscheidende Erkenntnis des Films wird aber sein, dass das kristalline Lebensmittel auch zumeist in Nahrungsmitteln enthalten ist, die allgemein als zuckerfrei und sogar als "gesund" gelten, wie z.B. Müsli oder Smoothies. Also genau solchen Lebensmitteln, von denen sich Gameau im Rahmen seines Experiments ernährt. Gameau selbst verzichtete vor seinem Experiment drei Jahre lang bewusst auf (bekanntermaßen) Zuckerhaltiges wie Süßigkeiten oder Soft Drinks und macht in seinem Film damit auch deutlich, dass man Zucker kaum im Alltag entkommen und entgehen kann, auch wenn man es sich vornimmt. Eine erschreckende Erkenntnis.

"Voll verzuckert" geht zum einen scharf ins Gericht mit den manipulativen Methoden der Lebensmittelfirmen, die ihre Produkte in erheblichem Maße mit Zucker versetzen aber auch mit uns Verbrauchern, die doch - so eine zentrale Botschaft des Films - wesentlich kritischer und bewusster auf die eigene Ernährung achten und genauer auf die Verpackungen schauen sollten. Die Verschlechterung von Gameaus Gesundheitszustandes wird schnell deutlich, Ärzte und Ernährungsexperten bestätigen dies durch ihre kontinuierliche Überwachung des Selbstversuchs. Glaubhaft und wissenschaftlich gestützt bzw. fundiert wird die Doku zudem durch Gespräche und Interviews mit Fachleuten, Vertretern der Lebensmittelindustrie, Nahrungsmittel-Experten und auch Zuckergeschädigten.

Ein großes Plus des Films ist dabei der hohe Unterhaltungswert trotz des ernsten Themas, der durch die spielerischen Elemente und gekonnten visuellen Einfälle erzeugt wird. Wenn Gameau etwa mit bunten Bildern, anschaulichen Graphiken und Animationen sowie in verspielter Optik die Auswirkungen von Zucker auf den Körper oder das Gehirn ("Die Reise ins Ich" lässt grüßen) anschaulich macht oder Wissenschaftler vom Cover eines Buches zum Zuschauer sprechen lässt, dann zeugt das auch von einem hohen Maß an Kreativität und geistreichem Witz.

Fazit: Lehrreiche und nachhaltige Doku über die Machenschaften der Zucker- und Lebensmittelindustrie sowie die fatalen Auswirkungen von Zucker auf unsere Gesundheit. Highlight des Films sind die vergnüglichen visuellen Einfälle und die farbenfrohen optischen Spielereien, die für hohen Unterhaltungswert sorgen.




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