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Stockholm (2013)

Drama aus Spanien über eine romantische Nacht und das böse Erwachen danach.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

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Auf einer Party in Madrid will ein junger Mann (Javier Pereira) mit einer attraktiven Frau (Aura Garrido) anbandeln. Aber sie zeigt sich desinteressiert und verabschiedet sich auf der Straße von ihren Freundinnen, die noch woanders weiterfeiern wollen. Der Mann geht ihr nach und behauptet, er habe sich in sie verliebt. Je länger er sich um sie bemüht, desto mehr Gefallen findet sie an seiner Begleitung. Dann sitzen beide auf der Treppe seines Hauses und vertiefen ihre Gespräche über Wahrheit und Lüge, Glauben und Misstrauen. Schließlich geht sie mit zu ihm und sie lieben sich. Am nächsten Morgen aber ist er wie ausgewechselt und sagt, er müsse zu einem Termin. Sie will jedoch nicht gehen, sondern die Beziehung leben, die gerade angefangen hat.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Der Machtkampf der Geschlechter ist das Thema dieses romantisch-dramatischen Kammerspiels aus Spanien. Es wurde von Rodrigo Sorogoyen inszeniert und unter anderem mit dem Publikumspreis des Spanischen Filmfests Berlin 2014 ausgezeichnet. Die Geschichte führt Wunsch und Wirklichkeit, Flirt und emotionale Bindung in einen Strudel mit unberechenbaren Folgen. Parabelhaft wird ein Szenario durchgespielt, das sich dem üblichen Ablauf eines One-Night-Stands widersetzt: Die Frau, das unbekannte Wesen, will die Regeln dieses Spiels nicht akzeptieren, denen zufolge die Worte und Gefühle der Nacht am Morgen keine Gültigkeit mehr haben.

Der Titel ist irreführend, denn lediglich in der Diskothek war anfangs von einer Frau die Rede, die nach Stockholm zieht. Es war ein Gespräch unter Männern, das den jungen Protagonisten bereits als Experten im Becircen von Frauen einführte. Wie er der langhaarigen Frau im weißen Kleid – das Symbolträchtige dieser Farbe stellt sich mit der Zeit immer stärker heraus – auf den nächtlichen Straßen folgt und sie umwirbt, kann schon als Stalking aufgefasst werden. Aber ein spanischer Macho weiß offenbar auch, dass nur der Hartnäckige zum Zug kommt. Tatsächlich gefällt der Frau sein Interesse, sein Humor, seine Empfindsamkeit. Die Gespräche vertiefen sich, reichern sich mit Gefühl an. Am Morgen zeigen beide jedoch ihr wahres Gesicht: Er distanziert sich praktisch reflexhaft und nun beginnt sie zu stalken, ruft Erinnerungen an Film-Psychopathinnen wach, aber auch an die Geschichten mit psychisch verletzbaren Mädchen, die dem Werben eines Egoisten Glauben schenkten. Interessant, wie anders das Insistieren auf den Zuschauer wirkt, wenn es von einer Frau ausgeht: Sie sei gekommen, um zu bleiben, sagt sie dem Mann, der sie unbedingt wollte. Jetzt aber erklärt er sie für "gruselig", weil er seine Bedürfnisse geändert hat.

Die meiste Zeit sind die beiden allein in dieser Nacht, selbst in den Szenen außerhalb der Wohnung. Vor dem ersten Kuss spitzt sich der Flirt musikalisch begleitet zu einer Art Tanzchoreografie zu – wie um die Zeitlosigkeit dieses Moments und auch seinen Eroberungscharakter zu betonen. Die beiden Figuren werden beeindruckend gespielt in ihrem Schwanken zwischen Offenheit und Zurückhaltung, Spaßbedürfnis und Verletzbarkeit. Vor allem das Verhalten der Frau bleibt jedoch allzu rätselhaft, hebt die Authentizität des Geschehens immer stärker auf, um es ins Grundsätzliche zu kehren. Die unklare Aussage des Films hat etwas Frustrierendes, was wiederum zu der Stimmung am Morgen passt, wenn die Lichter der Nacht verblassen.

Fazit: Das romantische Drama aus Spanien über einen nächtlichen Flirt mit unerwarteten Folgen widmet sich geschlechtlichen Rollenklischees und dem Machtkampf in Beziehungen. Atmosphärisch auf Wirklichkeitsnähe bedacht, schraubt sich das gut gespielte, aber auch merkwürdig rätselhafte Kammerspiel inhaltlich zur Parabel über Sein und Schein hoch.




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Land: Spanien
Jahr: 2013
Genre: Drama, Romantik
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 16.04.2015
Regie: Rodrigo Sorogoyen
Darsteller: Javier Pereira als Él, Aura Garrido als Ella, Jesús Caba als Amigo
Verleih: Freunde des Spanischen Films e.V.

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