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Kritik: Petting Zoo (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Eigentlich ist Layla (Devon Keller) auf dem richtigen Weg: Obwohl sie bei ihrem kiffenden, schulschwänzenden Freund wohnt, hält sie sich abgesehen von einem gelegentlichen Joint von Drogen fern, geht regelmäßig zur Schule, ist eine der Besten in ihrem Jahrgang und arbeitet nebenbei als Telefonistin. Als sie ein Stipendium für die University of Texas in Austin erhält, scheint sie einer besseren Zukunft entgegenzusteuern. Dann trennt sie sich von ihrem Freund und bemerkt wenige Wochen später, dass sie von ihm schwanger ist. Ihre streng gläubigen Eltern verweigern ihr die Zustimmung für eine Abtreibung und ihr Lehrer belässt es bei dem guten Rat, die Chance mit dem Stipendium nicht wegzuwerfen, einzig ihre Großmutter bietet ihr im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung. Also lebt Layla fortan in dem Trailer mit ihrer Großmutter, auf einem Grundstück mit ihrem Onkel, der Gebrauchtwagen verkauft, ihrer aufbrausenden Tante und zwei Neffen. Sie geht weiter zur Schule und zur Kirche, findet einen neuen Job, lernt einen anderen Jungen kennen und versucht sich, mit den veränderten Realitäten abzufinden.

Ruhig erzählt Regisseurin und Drehbuchautorin Micah Magee in ihrem durch Kickstarter finanzierten Film "Petting Zoo" von einem Teenagerleben im religiösen Texas. Dabei stützt sich die dffb-Absolventin auf eigenes Erleben in ihrer Heimat und Statistik: 2011 hatte San Antonio die zweithöchste Schwangerschaftsrate einer Stadt in den USA, sie lag 50 Prozent höher als der nationale Durchschnitt. Noch immer wird in 94 Prozent aller texanischen High Schools Abstinenz als Weg zur Geburtenkontrolle unterrichtet, obwohl texanische Teenager einer Umfrage zufolge mehr und früher Sex haben als andere amerikanische Jugendliche. Auch Layla gehört zu den Mädchen, die ungewollt schwanger werden. Langsam versucht sie sich mit ihrer Situation abzufinden, sie ist wütend, fügt sich aber zugleich in die Entscheidung ihrer Eltern und lässt sich in die Richtung treiben, in die sie das Leben führt – obgleich es nicht dort hin geht, wohin sie möchte.

Mit ruhigen, oftmals fast dokumentarischen Bildern erzählt Micah Magee von den Monaten, in denen Layla allen Widrigkeiten zum Trotz immer mehr zu sich selbst findet. Dabei überzeugt Hauptdarstellerin Devon Keller in jeder Einstellung. Sie wirkt gleichermaßen stark wie verletzlich und weiß sich zu behaupten. Es ist zu spüren, dass sie mit ihrem Leben hadert und zugleich versucht, sich damit abzufinden. Sie ist erst 17 Jahre alt und muss zu viel Verantwortung tragen, die ausbleibende Unterstützung und das fehlende Verständnis ist schmerzhaft. Aber Layla steht alles durch – und deshalb ist es umso schöner, dass sie am Ende des Films tatsächlich glücklich scheint.

Fazit: Gutes Independentkino mit einer starken Hauptdarstellerin und fast dokumentarischen Bildern.





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