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Die Mafia mordet nur im Sommer
Die Mafia mordet nur im Sommer
© missingFilms

Kritik: Die Mafia mordet nur im Sommer (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In Italien ist der als Pif bekannte Pierfrancesco Diliberto längst ein TV-Star, der vor allem für seine Mitarbeit an satirischen und journalistischen Sendungen berühmt ist. Mit "Die Mafia mordet nur im Sommer" begann der 42-jährige Sizilianer 2013 nun auch eine Karriere im Kino, neben der Regie ist Pif hier für das Drehbuch verantwortlich und zudem in der Hauptrolle zu sehen.

Seine schwarze Komödie lässt sich irgendwo zwischen "Forrest Gump" (1994), "Breakfast on Pluto" (2005) und "Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra" (2008) einordnen: Der Held Arturo, der im Kindesalter von Alex Bisconti gespielt wird, ist ein naiver Tor, der unbedarft immer wieder mit der gefährlichen Welt der Mafia in Berührung kommt. Mit Humor sowie einer Mischung aus Fakt und Fiktion entwirft Pif ein schillerndes Porträt der sizilianischen Gesellschaft mit all ihren Absurditäten und Widersprüchen. Dem Skript gelingt es dabei durchaus stimmig, die erfundene und leichtfüßige Geschichte um Arturo mit der bitterernsten Historie zu verknüpfen.

Ebenso kann die Inszenierung über weite Strecken überzeugen, Pifs Regie ist gleichermaßen tempo- und einfallsreich und macht unter anderem Gebrauch von unterschiedlichen Filmformaten und einem animierten Zeugungsakt. Dennoch können Rasanz und Verspieltheit nicht über die deutlichen Schwächen von "Die Mafia mordet nur im Sommer" hinwegtäuschen: Die Figuren sind blass und ihre Konflikte oberflächlich, der Wechsel zwischen Komik und Tragik ist allzu holprig und die Dramaturgie erinnert bisweilen mehr an eine Sketchshow als an einen Kinofilm.

Vor allem dem vielversprechenden jungen Hautdarsteller Alex Bisconti sowie der Schauspielerin Cristiana Capotondi hätte man komplexere Rollen gewünscht, während Pif als erwachsener Arturo eine schwache Leistung bietet. So erweist sich das Kinodebüt des Satirikers als zwiespältige Angelegenheit: "Die Mafia mordet nur im Sommer" bietet nämlich vielversprechende Ansätze und bisweilen lehrreiche Unterhaltung, die Mängel in der Ausführung trüben das Erlebnis allerdings beträchtlich.

Fazit: Das Spielfilmdebüt des italienischen Satirikers Pif unterhält mit vielversprechenden Ansätzen und enttäuscht zugleich mit einer schwachen Ausführung. Vor allem die flachen Figuren und ein holpriger Wechsel zwischen Komik und Tragik trüben den Spaß an dieser schwarzen Komödie.




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