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Was heißt hier Ende?
Was heißt hier Ende?
© Zorro Film © 24 Bilder

Kritik: Was heißt hier Ende? (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Am stärksten ist "Was heißt hier Ende?" immer dann, wenn er Michael Althen selbst zu Wort kommen lässt. Mit seiner dunklen, knarzenden Stimme trägt Regisseur Dominik Graf Texte des verstorbenen Filmkritikers vor, etwa den über eine Begegnung mit der von Althen als überirdisch wahrgenommenen Schauspielerin Jacqueline Bisset, und ruft damit noch einmal in Erinnerung, was Althens Arbeit ausgemacht hat: ein sehr persönlicher und neugieriger Blick auf das Kino, dessen Euphorie bisweilen ansteckend ist und der ebenso zum Nachdenken über das Treiben abseits der Leinwand anregt.

Eingebettet hat Graf diese Textpassagen aus dem Off in eine Vielzahl von Interviews mit Familie, Bekannten und Kollegen Althens. Diese wirken jedoch schon allein aufgrund ihrer schieren Masse (der Film zieht sich über zwei Stunden Laufzeit) schnell ermüdend und erschöpfen sich meist in einer nicht enden wollenden Lobhudelei und Einmaligkeitsbekundungen. Mit dem Charme einer privaten Diashow ist dieser einstimmige Chor in Szene gesetzt und gibt kaum Raum zum Widerspruch oder Bemerkungen abseits der überschwänglichen Verehrung.

Das lässt sich selbstverständlich dadurch rechtfertigen, dass Dominik Graf und Michael Althen befreundet waren und der Regisseur seinen Film als Hommage an den Kritiker versteht. Trotzdem wirkt das alles in allem recht flach, wo doch kurze Zwischentöne und einzelne ironische Spitzen des Filmschnitts Lust auf einen lebendigeren und vorlauteren Film machen. So profitiert "Was heißt hier Ende?" nicht bloß von den Eigenheiten, die man aus Althens Texten kennt, sondern leidet gleichermaßen an dem allzu persönlichen Zugang, den bevormundenden Generalisierungen und dem unbedarften Umgang mit Klischees.

Fazit: Diese bieder inszenierte Hommage an den Filmkritiker Michael Althen erschöpft sich in einer flachen, nicht enden wollenden Lobhudelei und bietet über das Private hinaus kaum interessante Einsichten in den Filmkritikbetrieb.




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