VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Die Lochis - Bruder vor Luder
Die Lochis - Bruder vor Luder
© Constantin Film

Kritik: Bruder vor Luder (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die Lochis gehören zu den größten und bekanntesten Youtube-Stars in Deutschland. Ihren Hauptkanal auf der Videoplattform ("Die Lochis – Comedy & Musik") haben mehr 1,5 Millionen User abonniert, sie wurden mit diversen Online-Preisen ausgezeichnet und konnten mit ihren eigenen Songs (z.B. "Ab geht’s") bereits Platzierungen in den deutschen Singlecharts verbuchen. "Bruder vor Luder" ist nun der erste Kinofilm der beiden Mainzer, der Film wurde in Darmstadt, Frankfurt und Würzburg gedreht. Inszeniert hat ihn, neben den "Lochis" selbst, Tomas Erhart, einem profilierten Kameramann, der Mitbegründer der Filmakademie Baden-Württemberg und Mitglied der Deutschen Filmakademie ist. Erhart saß bereits bei bekannten Krimireihen wie "Schimanski" oder "Tatort" hinter der Kamera.

Wer gehaltvolle Filme mit Botschaft, anspruchsvollen Humor, überzeugende schauspielerische Darbietungen und tiefgründige Charakteren mag, sollte um diesen Film in jedem Fall einen großen Bogen machen, denn das alles gibt es hier nicht. "Bruder vor Luder" ist ein naiver, oberflächlicher und trivialer Film, gemacht von den Lochis ausschließlich für Fans der Lochis. Der Film schießt zudem mit seinem gehaltlosen Humor auch einige Male deutlich über das Ziel hinaus, wenn er etwa immer wieder geschmacklosen Fäkalhumor bietet und von extrem konservativen und an differenzierterem Humor interessierten Kinobesuchern mitunter gar als leicht behindertenfeindlich angesehen werden könnte ("Guck‘ behindert"). Doch diese Personen sollten wie erwähnt gar nicht erst den Gang ins Kino wagen.

Fans der Lochis und Abonnenten der Youtube-Kanäle der Beiden, die deren Humor teilen, werden bei diesem Film aber voll auf ihre Kosten kommen. Da stört es dann wohl weniger, dass die darstellerischen Fähigkeiten von Heiko und Roman in etwa so begrenzt sind wie die eines Mike Krüger oder Thomas Gottschalk. Für schauspielerische Lichtblicke sorgen hingegen Milena Tscharntke und Tara Firscher als ungleiches Geschwisterpaar. Wenn schon die Lochis nicht in der Lage sind, Emotionen auf der Leinwand glaubhaft zu vermitteln, die Beiden können es. Positiv an dem Film ist, dass die Lochis immerhin sich selbst treu und eben die Lochis bleiben.

Insofern bietet "Bruder vor Luder" durchaus leichte, unterhaltende Komödienkost mit illustren und heiteren Gastauftritten (z.B. Oliver Pocher, Ludger Pistor). Ein Film, ganz auf die Zielgruppe der "Generation Youtube" und die Fans der beiden Rheinland-Pfälzer zugeschnitten, für alle anderen ist der Film nichts weiter als ein geistloses, stumpfsinniges Werk, das zu vernachlässigen ist.

Fazit: Überdrehte, banale Verwechslungskomödie mit immerhin solide agierenden Nebendarstellern und einigen gelungenen Gastauftritten, aber einzig für die Zielgruppe der "Generation Youtube" und Fans der beiden Hauptdarsteller interessant.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.