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Kritik: Foto: Ostkreuz (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5


Dass es nicht immer einfach ist, alles unter einen Hut zu bringen, beweist bereits der etwas holprige Einstieg in Maik Reicherts "Foto: Ostkreuz": Ute und Werner Mahler, beide Gründungsmitglieder von Ostkreuz, versuchen hier alle Mitarbeiter der bekannten Berliner Fotoagentur aufzuzählen – es gelingt ihnen nur mit Mühe. Übel nehmen kann dies dem Ehepaar allerdings nicht, immerhin 18 Fotografen aus ganz Deutschland knipsen mittlerweile für die nach dem Mauerfall gegründete Agentur. Einige von ihnen und ihre Arbeit porträtiert Reichert in seinem Dokumentarfilm.

Blicke in die Vergangenheit, auf die Gegenwart und in die Zukunft kreuzen sich hier und lassen mitunter einen Fokus vermissen. Etwas unbeholfen stolpert der Film los in seine durchaus interessanten Bilderfluten und liefert dabei erst nach und nach den nötigen Kontext für diejenigen Zuschauer, die sich bisher noch nicht mit der Geschichte von Ostkreuz befasst haben. Dabei beschränkt sich Reichert zwar auf wenige Protagonisten, dennoch droht der Film unter der Fülle seines Materials immer wieder zusammenzubrechen. So unterschiedlich die einzelnen vorgestellten Fotografen sind, so vielfältig sind nämlich auch ihre Arbeiten: "Foto: Ostkreuz" schlägt so vom Shooting mit der Schauspielerin Nina Hoss über die weltweiten Occupy-Proteste bis hin zu einer Bildreportage über Roma in Bukarest einen ziemlich weiten Bogen.

Wenn das große Ganze auch nicht vollkommen überzeugen kann, so liefert Reichert doch zahlreiche interessante Einblicke in die Historie einer Bildagentur, die mit der digitalen Revolution einen sich stetig wandelnden Markt bedienen muss und dabei immer wieder ins Straucheln gerät. Nicht nur der sich zwischen familiärer Nähe und geschäftlichen Regularien entfaltenden Organisation ist es zu verdanken, dass Ostkreuz nach wie vor besteht, sondern wohl vor allem den herausragenden Fotos der Mitarbeiter. "Foto: Ostkreuz" bietet eine großzügige Auswahl an beeindruckenden Fotografien und lässt damit über einige der inszenatorischen Schwächen hinwegsehen.

Fazit: In seiner etwas überfrachteten sowie unfokussierten Dokumentation porträtiert Maik Reichert die Bildagentur Ostkreuz und einige ihrer Mitarbeiter. Der Blick auf die beeindruckenden Fotografien lässt dabei so einige Schwächen der Regie vergessen.





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