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Die Jones - Spione von nebenan
Die Jones - Spione von nebenan
© 20th Century Fox

Kritik: Die Jones - Spione von nebenan (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Regisseur Greg Mottola hat in seiner Karriere als Filmschaffender bereits einige Werke inszeniert, die sich nicht als die ganz großen Kassenhits erwiesen, von der Kritik aber viel Lob erfuhren. So zum Beispiel die Tragikomödie "Adventureland" (2009) mit Jesse Eisenberg oder die Sci-Fi-Parodie "Paul" mit Simon Pegg. Mit "Die Jones" könnte sich das ändern: Der Film erhielt in den USA vernichtende Kritiken, ist in Sachen Handlung, Anspruch und Besetzung aber auf ein Massenpublikum zugeschnitten. Gedreht wurde der Film bereits ab April 2015 mit einem Budget von rund 40 Millionen Dollar. Tim-Darsteller Jon Hamm kennt man in erster Linie durch die erfolgreiche TV-Serie "Mad Men", Gal Gardot wird als nächstes im Superhelden-Blockbuster "Wonder Woman" zu sehen sein.

"Die Jones" bietet hinsichtlich Story, Action und seiner humorvollen Elemente leider nur wenig Neues. Vielmehr nutzt der Film Versatzstücke und Zutaten ähnlich gelagerter Filme ("Mr. und Mrs. Smith", "Get Smart") und variiert sie lediglich geringfügig. Das funktioniert durchaus ab und an, und einige Schmunzler kann man sich tatsächlich nicht verkneifen. Vor allem in jenen Szenen, in denen das prüde Ehepaar Gaffney den beiden glamourösen, adretten Agenten hinterher schnüffelt – und damit selbst Spionage-Methoden anwendet. Hier sind Fremdschäm-Momente garantiert, beispielsweise wenn Karen Natalie in der Umkleide bei der "Dessous-Probe" überrascht. Oder wenn Jeff und Karen einige ominöse Gadgets, Agenten-Spielzeuge und geheime Waffenpläne entdecken. Etwa den obligatorischen Kugelschreiber, der sich als Schusswaffe entpuppt.

Das war es dann aber auch leider schon größtenteils mit den wirklich witzigen, spaßigen Augenblicken im Film. Leider "verscherzt" er sich vor allem mit seinem aufdringlichen Anarcho-Humor viel zu oft selbst. Ein Humor der rupppigen und derben Sorte. In "Die Jones" ist nichts mehr zu sehen von jenem intelligenten Witz und der filmgewordenen Schwermut, für den das ehemalige Indie-Wunderkind Mottola einst so gefeiert wurde.

Zwar agieren die Darsteller allesamt mit viel Spaß an der Sache und reichlich Engagement, dennoch können auch sie die schlicht belanglose, wenig mitreißende Story nicht retten, die alles in allem ohne Höhepunkte bleibt. Highlights stellen sich auch dann nicht ein, wenn Mottola mehr Action einbaut und die gelackten Edel-Agenten ihren Nachbarn ein ums andere Mal zur Hilfe eilen. Ebenso wenig am Schluss, der ebenso überraschungsarm daherkommt. Natürlich gibt es an diesen Stellen dann die obligatorischen, einfallslosen Schießereien und (Motorrad-) Verfolgungsjagden. Allerdings hat man jene schon dutzendfach in anderen Agentenfilm-Parodien und Spionagefilmen gesehen. Nur leidenschaftlicher und packender inszeniert.

Fazit: Überflüssige, da spannungsarme und wenig überraschende Agentenfilm- und James-Bond-Parodie, die außer ein paar wenigen guten Gags und soliden Darstellerleistungen nichts Sehenswertes bietet.




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