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The Gift
The Gift
© Paramount Pictures Germany

Kritik: The Gift (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Joel Edgerton, der hier auch die Rolle des Gordo übernimmt, ist ein bemerkenswert gut inszenierter, effektiver Psychothriller. Die Geschichte, die ebenfalls von Edgerton stammt, gewinnt dem klassischen Thema eines ausgetüftelten Rachefeldzugs neue, interessante Aspekte ab. Nur weil sein ehemaliger Mitschüler Simon mit der Vergangenheit abgeschlossen habe, sei diese noch lange nicht mit ihm fertig, behauptet Gordo. Die wahre Bedeutung dieses Spruchs entpuppt sich als ein geschickt in eine Suspensehandlung verpacktes Überraschungspaket.

Der durchgeknallte Rächer aus Teenie-Slasherfilmen oder die Stalker-Figur, die anderen nicht gönnt, was sie selbst nicht bekommen kann: Am Anfang ihrer Bösewicht-Karriere steht eine persönliche Kränkung. Oft wird diese im Film aber nur als Auslöser für ihr psychopathisches Verhalten interpretiert, für das sie schon eine Veranlagung besitzen. Auch Gordo könnte ein solcher Stalker sein, der schon vor dem ersten Besuch bei Robyn und Simon beschlossen hat, sich in ihrem Leben einzunisten und es zu zerstören. Obwohl er Robyn Albträume verursacht, besitzt sie zu viel Mitgefühl mit dem unglücklich wirkenden Mann, um ihn kurzerhand für böse oder verrückt zu erklären. Vielmehr macht sie stutzig, wie negativ Simon über Gordo urteilt. Wenn Gordo den perfiden Plan verfolgt, einen Keil in die Ehe zu treiben, dann scheint er aufzugehen.

Die Atmosphäre ist über weite Strecken betont ruhig und dabei auf schwer greifbare Art bedrückend. Gordo tritt in Simon und Robyns Leben, als das Paar besonders verwundbar ist: Der Umzug in die für Robyn unbekannte Gegend, die vielen Stunden, die sie allein zuhause verbringt, machen die sensible Frau, die sich ein Baby wünscht, unsicher. Für Robyns schwache Nerven – aber auch für die des von bedrohlich anschwellenden Klängen erregten Zuschauers - sind dann die konkreten Schrecken, die als Tusch inszeniert werden, eine echte Herausforderung. Sogar wenn Edgerton dabei einmal die schon unzählige Male zitierte Duschszene aus Hitchcocks "Psycho" heraufbeschwört, tut er das so gekonnt, dass der Schock wirkt. Schon allein das Spiel mit dem Unheimlichen macht den Thriller sehenswert, aber seine moralisch-psychologische Schlussfolgerung ist mindestens genauso spannend.

Fazit: Ausgehend von einer scheinbar simplen Stalking-Geschichte nimmt die Handlung dieses spannenden Psychothrillers rasch einen ungewöhnlichen Verlauf. Das Regiedebüt des Schauspielers Joel Edgerton überzeugt mit gekonnt inszeniertem Schrecken und interessanten psychologischen Aussagen.




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