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Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe
Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Wie schon der erste Teil der Erotikfilm-Reihe beruht auch "Fifty Shades of Grey 2" auf den gleichnamigen Romanen von E.L. James. Die erste Verfilmung gehörte zu den erfolgreichsten Blockbustern des Filmjahres 2015: fast 570 Millionen US-Dollar spielte er weltweit an den Kassen ein – trotz zum Teil vernichtender Kritiken. Teil Zwei wurde Anfang 2016 in Vancouver und Paris gedreht, und zwar back-to-back, heißt: Regisseur James Foley drehte mit seinem Team auch gleich den dritten Teil ab. Dieser wird voraussichtlich 2018 in die Kinos kommen. Die Regisseurin von "Fifty Shades of Grey", Sam Taylor-Johnson, durfte trotz des Erfolgs von Teil Eins, die Fortsetzung nicht mehr inszenieren. Foley wurde vor allem für seinen Trivial-Erotik-Thriller "Verführung einer Fremden" mit Halle Berry und Bruce Willis, bekannt.

Gleich vorneweg: "Fifty Shades of Grey 2" kommt bei Weitem nicht an den doch überraschend gut gelungenen ersten Teil heran. In diesem gelang es Dakota Johnson, ihre Wandlung vom braven Mauerblümchen zum – SM-Sex praktizierenden – Vamp glaubhaft und wahrhaftig darzustellen. Inklusive hoher Emotionalität. Nun geht all dies der Fortsetzung nun weitestgehend ab: unglaubwürdige Wendungen sowie plötzliche und schwer nachvollziehbare Stimmungswechsel und Entscheidungen (mal will Ana geschlagen und devot behandelt werden, dann plötzlich ist sie wieder dagegen) der Figuren, sind da nur die geringsten Probleme. Mehr noch als im ersten Film bleibt hier alles an der blankpolierten, unpersönlichen Oberfläche. Getreu der Devise: mehr Schein als Sein.

Das bedeutet vor allem: auf Dauer ist es unerträglich störend und anstrengend, wie übertrieben Grey seinen geerbten Reichtum, Protz und Prunk hemmungslos zur Schau stellen muss. Egal ob in Form der üppig ausgestatteten Luxus-Wohnungen oder der unzähligen, unfassbar teuren Fortbewegungsmittel. Das macht Hauptfigur Grey nur noch unsympathischer. Ebenso wie seine hanebüchenen Äußerungen und Erklärungen für seine – wie er selbst sagt – "sadistischen" Neigungen. Jamie Dornan passt zwar rein optisch perfekt in die Rolle dieses glattgebügelten, schmierigen Schönlings. Aber: in Sachen Darstellung charakterlicher und emotionaler Tiefe, wird er schauspielerisch nicht gefordert. Da hilft es auch nicht, dass ein paar Details mehr aus Greys dunkler, geheimnisvoller Vergangenheit, ans Licht kommen. Und ebenso wenig, dass ihm der neue Bart, zugegebenermaßen, äußerst gut steht. Eben mehr Schein als Sein, auch hier wieder.

Sex spielt natürlich wieder eine große Rolle und es gibt auch die ein oder andere schlüpfrige Szene. Etwa dann, wenn sich Ana einmal – an einem öffentlichen Ort – ihrer Unterbekleidung entledigt. Dennoch gilt auch für den zweiten Teil wie schon für den Erstling: die Sexszenen sind viel zu gefällig und harmlos, als das sie tatsächlich schockieren oder provozieren könnten. Da hätten sich die Macher schon mehr einfallen lassen müssen als z.B. Augenbinden. "Sex-Utensilien" wie diese, findet man heute in jedem Ehe-Schlafzimmer. Und Kim Basinger als (Möchtegern-)mysteriöse Ex-Lehrmeisterin und -Verführerin von Grey, ist ebenso ein klischeeüberfrachteter Griff ins Klo. Zumal mal man die Szenen, in denen sie auftaucht, ohnehin fast an einer Hand abzählen kann.

Fazit: Mehr noch als beim vergleichsweise soliden ersten Teil, gilt hier das Motto: "Mehr Schein als Sein". Alles bleibt oberflächlich und glattgebügelt, den Figuren fehlt es mehr denn je an Tiefe und Glaubwürdigkeit. Hinzu kommen die belang- und harmlosen Sexszenen sowie am Reißbrett entworfene Nebenfiguren, die nur blasses Beiwerk bleiben.





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