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Kritik: Die Impressionisten (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Die Impressionisten" ist ein von der Firma Starlounge in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Phil Grabsky in der Reihe "Exhibition on Screen" produzierter Dokumentarfilm, der Künstler anhand von ihnen gewidmeten Ausstellungen vorstellt. Zuletzt war in dieser Reihe "Van Gogh - Eine neue Art des Sehens" erschienen. Die gelungene Dokumentation verknüpfte eine anschauliche Schilderung des Lebens des niederländischen Künstlers mit der Präsentation der ihm gewidmeten Dauerausstellung im Van Gogh Museum in Amsterdam. Der Film zeigt unter anderem, dass Van Gogh nicht ohne die lebenslange finanzielle Unterstützung seines Bruders Theo überlebt hätte. Eine vergleichbare Rolle hatte für die Impressionisten die frühzeitige Unterstützung durch den wagemutigen Kunsthändler Paul Durand-Ruel. Deshalb trägt "Die Impressionisten" konsequenterweise den Untertitel "and the man who made them" ("... und der Mann, der sie zu dem gemacht hat, was sie wurden"). Die Dokumentation beginnt mit einem Zitat von Claude Monet, in dem dieser sagt, dass sie wirklich alles diesem "verrückten" Händler zu verdanken haben, der zur Förderung ihrer Werke an die 20 mal nur knapp am Bankrott vorbeigeschlittert ist.

Darüber hinaus gibt es über Paul Durand-Ruel jedoch ungleich weniger Interessantes oder gar Spektakuläres, wie beispielsweise über Vincent Van Gogh, zu berichten. Deshalb schwankt Phil Grabskys Dokumentation ein wenig unentschlossen zwischen einem Portrait des Händlers und einer Schilderung der damaligen gesellschaftlichen Situation hin und her. Man gewinnt im Laufe der Zeit den Eindruck, dass etwas zu wenig Material für einen 90 minütigen Kinofilm zur Verfügung stand. Eine rund einstündige Dokumentation für einen Kultursender, wie ARTE wäre in diesem Fall wahrscheinlich eine bessere Formatwahl gewesen. Trotzdem ist die Dokumentation interessant, da sie sich mehr den damaligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, als den bereits hinlänglich bekannten Bildern der Impressionisten widmet. Es wird deutlich, dass die Impressionisten innerhalb der Malerei ähnlich revolutionär waren, wie 100 Jahre später die Regisseure der Nouvelle Vague für den Film. In beiden Fällen reagierten junge, wilde Künstler mit einem radikalen Befreiungsschlag auf die erstarrten Verhältnisse eines verkrusteten Establishments.

Fazit: "Die Impressionisten" wirft einen interessanten Blick auf damalige Förderer und Feinde der Kunstrevolutionäre, der leider recht trocken präsentiert ist.




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