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Peggy Guggenheim
Peggy Guggenheim
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Kritik: Peggy Guggenheim (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Im Zentrum von Lisa Immordino Vreelands Dokumentarfilm steht ein sensationeller Fund: Denn im Keller einer Guggenheim-Biografin wurden Tonbandaufnahmen des letzten Interviews gefunden, das Peggy Guggenheim kurz vor ihrem Tod im Jahr 1979 gab. In diesem Gespräch blickt die zu diesem Zeitpunkt weltbekannte Kunstsammlerin, Galeristin und Mäzenin noch einmal auf ihr bewegtes Leben sowie ihre erstaunliche Karriere zurück und erlaubt zudem intime Einblicke in ihr Privatleben.

Einen ganzen Film kann so eine Tonaufnahme natürlich nicht tragen und so ergänzt die Regisseurin und Drehbuchautorin Vreeland ("Diana Vreeland: The Eye Has to Travel", 2011) das Interview mit Guggenheim um allerlei visuelle Medien sowie talking-head-Aufnahmen mit Weggefährten und Kunstkennern. Die schiere Masse an Bildmaterial, das von Privatfotos über Archivaufnahmen bis zu Abbildungen berühmter Kunstwerke reicht, ist dabei durchaus beachtenswert und auch die Liste derer, die Vreeland für Interviews zur Verfügung standen, kann sich sehen lassen: Neben Hans Ulrich Obrist, Marina Abramović und Familienangehörigen kommt etwa auch Robert De Niro zu Wort, dessen Künstler-Eltern von Guggenheim gefördert wurden.

Bedauerlicherweise zahlt sich der große Aufwand und die viele Arbeit, die sicherlich in "Peggy Guggenheim – Ein Leben für die Kunst" stecken, zu keinem Zeitpunkt wirklich aus. Denn Vreeland inszeniert das Leben der Protagonistin auf allzu konventionell und bisweilen ärgerlich klischeehafte Weise: Das Bildmaterial verkommt da zur bloßen Illustration des gesprochenen Worts, während die Aussagen der an sich interessanten Interviewpartner zu austauschbaren Floskeln verkürzt werden. So gerät dieses Porträt mehr und mehr zu einer flachen und langweiligen Lobhudelei, die dem Menschen Peggy Guggenheim in keinster Weise gerecht wird.

Fazit: Trotz einer interessanten Ausgangslage sowie einer beachtenswerten Masse an Bildmaterial langweilt dieser Dokumentarfilm durch seine allzu konventionelle Machart. Das Leben Peggy Guggenheims wird in flachen Klischees geschildert, während die Interviews mit den interessanten Gesprächspartnern aus der Kunstwelt zu austauschbaren Floskeln verkürzt werden.




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