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How to change the World
How to change the World
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Kritik: How to change the World (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Der Titel der Dokumentation von Jerry Rothwell ("Town of Runners", 2012) könnte mit "How to change the world" kaum besser gewählt sein, stellt er doch das zentrale Ziel und Anliegen dieser in den frühen 70er-Jahren gegründeten Organisation in den Mittelpunkt: die Welt verändern, ein Stück besser machen und befreien von gewinnorientieren, umweltzerstörenden Unternehmen und bestialisch vorgehenden Tierfängern und -quälern. Gegen diese Gruppe von "Gegnern" richteten sich vor allem in den ersten Jahren gezielt die spektakulären, groß angelegten Aktionen, die weltweit für Aufsehen sorgten. Zum Glück war sich einer der wichtigsten Köpfe von Greenpeace und einer der Mitbegründer, der Autor und Teilzeit-Politiker Bob Hunter, stets darüber im Klaren, wie wichtig und entscheidend es ist, die Vorhaben anhand von Filmaufnahmen und Bildern zu dokumentieren: zum einen im Sinne der Glaubwürdigkeit, um die Kampagnen belegen zu können, zum anderen, um ihre Feinde mit dem belastenden Bild- und Tonmaterial unter Druck zu setzen.

Davon profitiert nun auch sehr stark Regisseur Rothwell bzw. seine hochinformative, spannende Doku, denn viele dieser Aufnahmen und Archivbilder wurden nun auch für seinen Film verwendet, manche werden der Öffentlichkeit gar zum ersten Mal überhaupt präsentiert. Zu sehen sind u.a. die bereits erwähnte Operation gegen den Atomtest vor der Küste Alaskas (die etwas angestaubten, antiquierten 16mm-Aufnahmen sind extrem packend mit anzusehen), aber auch ein weiterer, weltbekannter Greenpeace-"Vorfall", der sowohl zum Sinnbild für die Grausamkeit des Walfangs als auch zum Symbol für den Mut und die Leidenschaft der Aktivisten wurde, die oft unter Einsatz des Lebens ihre Vorhaben umzusetzen.

1975 war das, als sich ein kleiner Greenpeace-Kutter einem russischen Walfangboot entgegenstellte, um den Abschuss eines Pottwals zu verhindern. Der Harpunier der russischen Besatzung zögerte dennoch nicht und schoss: die Harpune flog nur wenige Meter über die Köpfe der Umweltaktivisten und traf den Wal. Darüber hinaus spricht Regisseur Rothwell mit alten und ehemaligen Mitgliedern und Aktivisten und spart auch inhaltlich die intern immer wieder aufkommenden Streitig- und Unstimmigkeiten nicht aus: z.B. aufgrund der zunehmenden Größe der Organisation, wegen der - den Erfolgen der Kampagnen zugrunde liegenden - gestiegenen Egos der Aktivisten und weil die Ansichten der gemäßigten Realisten und der oft ungestüm vorgehenden, radikalen Hardliner-Mitglieder zu oft auseinanderklafften.

Fazit: Kritische, vielschichtige und spannende Dokumentation über den Beginn der modernen Umweltbewegung, deren Höhepunkt die mitreißenden Archivbilder bekannter und weniger bekannter Aktionen sind.





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