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Domian - Interview mit dem Tod
Domian - Interview mit dem Tod
© mindjazz pictures

Kritik: Domian - Interview mit dem Tod (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Natürlich findet in diesem Dokumentarfilm über Jürgen Domian auch der berühmt-berüchtigte Hackfleisch-Liebhaber seine Erwähnung. Allerdings nur in einem Nebensatz, denn die Regisseurin Birgit Schulz widmet ihren Film in Anlehnung an Domians Buch "Interview mit dem Tod" ganz der Vergänglichkeit des Lebens. Skurrile Sexgeschichten wären hier also fehl am Platz und so erweist sich die Produktion als äußerst unaufgeregte, bisweilen behäbige Dokumentation, die lieber nachdenklich sinniert als Sensationen aufzuspüren.

Schulz beginnt, indem sie kurze Einblicke in die Arbeit des bekannten Nighttalkers gibt: Bereits vor Sendebeginn ist Domians Redaktion mit zahlreichen Anrufern beschäftigt, vor der Kamera sitzt der Talkmaster dann allerdings alleine und ist ganz Ohr. Erst spät in der Nacht kommt er schließlich nach Hause und treibt vor dem Einschlafen noch ein wenig Sport, um abzuschalten. Da das nicht immer gelingen mag, ist der Griff zum Melatonin für Domian längst zur Routine geworden.

Zum Domian-Kosmos gehören aber natürlich ebenso die Zuhörer und Anrufer, von denen Schulz ebenfalls einige vorstellt. Eine LKW-Fahrerin, ein Tankwart und ein Bäckermeister lauschen Domian bei ihrer nächtlichen Arbeit und sind selbstverständlich große Fans. Einen Mehrwert oder eine tiefere Erkenntnis liefern diese Szenen mit den Stammhörern allerdings nicht. Und auch die Anrufer, die Schulz vor die Kamera holt, damit sie noch einmal von ihrem Schicksal berichten können, erzählen nichts Neues.

So macht "Domian – Interview mit dem Tod" den Eindruck eines Best-of, das Bekanntes aufbereitet und sich in erster Linie als Hommage an Domian versteht. Dabei bleibt der Dokumentarfilm allerdings viel zu sehr an der Oberfläche und reiht lediglich Episode an Episode statt zu verdichten, nachzuhaken oder Zusammenhänge herzustellen. Erschreckend banal und mitunter esoterisch sind zudem die Erkenntnisse, die Domian hier verbreitet. Vor allem das Zwiegespräch, das der Moderator hier mit dem personifizierten Tod führt, ist in seiner Naiviät peinlich und schwer zu ertragen.

Fazit: Jürgen Domian hat sich in seiner Karriere als guter Zuhörer bewährt, als Redner enttäuscht er in diesem Dokumentarfilm allerdings mit banalen Weisheiten und esoterischen Erkenntnissen. Auch die Geschichten um Erfahrungen mit dem Tod können nicht faszinieren, bleiben sie doch zu oberflächlich und wirken wie aneinandergereiht.





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