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French Women - Was Frauen wirklich wollen
French Women - Was Frauen wirklich wollen
© Alpenrepublik GmbH Filmverleih

Kritik: French Women - Was Frauen wirklich wollen (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Das Regiedebüt der französischen Schauspielerin Audrey Dana ist ein Ensemblefilm über elf sehr unterschiedliche Frauencharaktere. Die bunte Vielfalt ihrer Lebensmodelle widersetzt sich der Vorstellung eines idealen Werdegangs, der im dauerhaften Familienglück seine Erfüllung sucht. Die lose miteinander verwobenen episodischen Geschichten drehen sich um Liebe, Sex, Untreue, Neugier, Freundschaft, Ängste, körperliche Probleme und natürlich Emanzipation. Dabei darf man von einer aus weiblicher Perspektive erzählten Frauenkomödie, die im Untertitel ultimative Enthüllungen ankündigt, schon einiges an frechem Witz und Innovation erwarten. Leider aber wirkt dieser Film doch ziemlich uninspiriert.

Es dauert, bis man sich angesichts der vielen Charaktere in der Inszenierung, die recht zügig von einer Figur zur nächsten springt, orientieren kann. Aber alle Frauen scheinen ein Problem zu haben. Am offenkundigsten liegt es bei Fanny vor, die von Tics heimgesucht wird und bei Sam, die Angstanfälle bekommt. Bei einigen Episoden geht es um eheliche Untreue. Ein wenig Emanzipation spielt herein, wenn die junge Familienmutter Ysis ihren Mann mit den Kindern eines Abends alleine lässt, um sich zu vergnügen. Unternehmerin Rose wiederum behauptet sich im Beruf seit jeher so emanzipiert, dass ihr ein Arzt sagt, sie habe einen viel zu hohen Testosteronspiegel und deswegen keine Freundinnen. Solche Klischees klingen schon recht lahm, aber dennoch lässt sich gerade Roses Suche nach weiblicher Gesellschaft spannend an. Denn Vanessa Paradis spielt einen Charakter, der emotionsarm und daher nicht sehr sympathisch wirkt. Aber wie auch einige andere Erzählstränge löst sich die Geschichte im Ungefähren auf. Der Film nimmt sich viel zu viele Themen vor und verliert dann den Faden.

Der Cast wirkt mit seinen großen Namen wie Isabelle Adjani, Vanessa Paradis oder Laetitia Casta ausgesprochen reizvoll. Etliche Schauspielerinnen scheuen nicht vor unvorteilhaften Darstellungen oder vor Slapstick zurück, was der Komödie Pfeffer gibt. Nicht zu verachten sind auch einige männliche Nebendarsteller wie etwa Stanley Weber, der den von weiblichen Fans umschwärmten Superheld-Mimen James Gordon spielt. Der Reigen der Abenteuer aber bleibt zu oberflächlich und auch zu nahe am Klischee, denn die körperliche Attraktivität der Frauen steht doch sehr im Zentrum der Aufmerksamkeit. So kommt es auch oft zu heißhungrigen Sexszenen, ohne dass es wirklich lustig oder interessant ist, den Paaren beim Miteinander im Treppenhaus oder auf einer Bank auf dem Gehsteig zuzuschauen.

Fazit: Die französische Komödie, die aus weiblicher Sicht über das Wesen der modernen Frau aufklären will, mündet in die Erkenntnis, dass es die klassische Geschlechterrolle in der Gesellschaft nicht mehr gibt. Trotz namhafter Darstellerinnen wirken die Geschichten, in denen zu viele Themen angerissen werden, oberflächlich und auch uninspiriert.





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