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Unter Freunden
Unter Freunden
© Weltkino Filmverleih / 015 ESKWAD PATHÉ TF1 FILMS MALEC

Kritik: Unter Freunden (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Unter Freunden" ist eine leichtgewichtige Komödie aus Frankreich mit stereotyp gezeichnetem Personal. Zuweilen ist ein wehmutsvoller Beiklang zu vernehmen, doch die Komik dominiert – auch dann noch, wenn in der zweiten Filmhälfte ein Katastrophenszenario entworfen wird und die Figuren in Seenot geraten. Weder das Drehbuch von Éric Besnard und Richard Grandpierre noch dessen Umsetzung von Olivier Baroux ("Fasten auf Italienisch") können vollauf überzeugen. Der Humor wirkt streckenweise zu forciert; den Beteiligten der Segelfahrt wird kaum persönliche Entwicklung zugestanden – und die Darstellung des Sturmes auf dem Mittelmeer erzeugt in ihrer Künstlichkeit nur wenig Spannung.

Der Film erzählt von den Krisen des Älterwerdens, von Ego- und Beziehungsproblemen sowie, vor allem, von den Schwierigkeiten langjähriger Freundschaft. Er gewinnt aus diesen oft behandelten, aber dennoch durchaus reizvollen Themen leider äußerst selten originelle Ideen; überwiegend erschöpft er sich in Allgemeinplätzen. Wenn die harmloseren Konflikte – etwa die Verteilung der unterschiedlich großen Kajüten – in massivere Auseinandersetzungen übergehen und dabei die Fassade des bürgerlichen Glücks abblättert, kommt es vereinzelt zu interessanten Momenten, denen allerdings die satirische Schärfe fehlt. Letztlich läuft alles auf eine abenteuerliche Bewährungsprobe der Verhältnisse hinaus, deren Verlauf stets vorhersehbar bleibt.

Die größtenteils versierten Schauspielerinnen und Schauspieler bieten die Wortgefechte ihrer Rollen lustvoll dar, können den allzu klar festgelegten Typen (von der Frohnatur bis zur Zicke, vom Prahler bis zum Softie) allerdings nur in geringem Maße etwas Nennenswert-Beachtliches abtrotzen. Neben Daniel Auteuil, der als angeberischer Erfolgsmensch gegen Ende einen recht furiosen emotionalen Ausbruch vollführt, schlägt sich Mélanie Doutey noch am besten, da sie die Mischung aus Tollpatschigkeit und Klugheit, die ihr Part als jüngstes Mitglied der Reisetruppe erfordert, mit Würde bewerkstelligt.

Fazit: Der Ensemblefilm von Olivier Baroux vermag durch seinen gewollten Witz und seine schematisch konzipierten Figuren nur bedingt zu unterhalten. Die Schauspielleistungen sind indes solide.




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