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Unsere kleine Schwester
Unsere kleine Schwester
© Pandora Film

Kritik: Unsere kleine Schwester (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Auch Hirokazu Koreedas neuester Film ist wieder einmal ein ruhiges, beinahe meditatives Drama, das sichtlich vom Werk des Regisseurs Yasujiro Ozus beeinflusst wurde. Die Konflikte und Krisen sind dabei im Vergleich zu früheren Filmen Koreedas wie "Nobody Knows" (2004) oder "Like Father, Like Son" (2013) noch alltäglicher und rücken immer wieder zugunsten abzweigender Nebenhandlungen in den Hintergrund.

So erlebt jede der vier Schwestern ihre ganz eigenen Episoden, die zwar oft um ähnliche Themen wie Partnerschaft, Liebe, Verlust und Tod kreisen, die aber mitunter auch ins Leere gleiten und das Geschehen durch Alltagsbeobachtungen eher ausweiten als verdichten. Vieles bleibt offen, Nebenfiguren tauchen auf und verschwinden wieder und auf Pointen sowie dramatische Zuspitzungen wird weitestgehend verzichtet.

So bietet "Unsere kleine Schwester" keine eindeutigen Botschaften oder einen tieferen Sinn, der sich im Verlauf der Handlung offenbaren würde. Stattdessen erzählt Koreeda mit großer Klarheit und beinahe plakativ von der Familienbande seiner Figuren und dürfte damit die Sehgewohnheiten so mancher Zuschauer herausfordern. Man kann das durchaus kitschig und trivial finden, aber würde dabei doch bloß die besonderen Möglichkeiten verkennen, die dieser Film bietet: Denn sich dem Moment zu widmen, einfach nur hinzuschauen, ohne dass von jedem Bild und jeder Einstellung eine Erkenntnis oder Bedeutung zu erbeuten ist, ist ein Glück, welches das Kino leider viel zu selten bietet.

Fazit: Das ruhige Drama um vier Schwestern und ihre engen Beziehungen zueinander entfaltet sich anhand lose verknüpfter Episoden, die das Geschehen eher ausweiten als verdichten. Statt eindeutigen Botschaften und Pointen bietet Hirokazu Koreedas Film vor allem die Möglichkeit sich dem Moment zu widmen und bei den wunderbaren Bildern zu verweilen.




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