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Kritik: Cut Snake (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Anhand einer Parallelmontage führt Regisseur Tony Ayres seine gegensätzlichen Protagonisten ein: Auf der einen Seite ist da der gerade aus der Haft entlassene, wenig vertrauenerweckende Pommie, ihm gegenüber stehen Paula und Mirv, ein Paar dessen Glück beinahe schon zu makellos scheint. Die Spannung zwischen diesen beiden Polen, die sich langsam und unter unheilvollen Vorzeichen annähern, ist vor allem zu Beginn von "Cut Snake" groß, wenn die Geheimnisse und Motivationen der Figuren noch im Verborgenen bleiben.

Besonders originell erscheint die Ausgangssituation dieses australischen Thrillers zwar nicht, aber immerhin verspricht der Einstieg noch einen soliden Genrefilm nach Manier von Klassikern wie "Die Nacht des Jägers" (1953) oder "Ein Köder für die Bestie" (1962) bzw. dessen Remake "Kap der Angst" (1991). Das Niveau der Vorbilder erreicht Ayres' Film selbstverständlich nicht und verliert zudem nach und nach immer mehr an Reiz. Die auf das Anbahnen folgende Zuspitzung der Ereignisse erweist sich nämlich in mehrfacher Hinsicht als enttäuschend.

Zum einen wäre da ein Handlungstwist, der an dieser Stelle nicht verraten werden soll, der aber dennoch schnell zu durchschauen ist und in seinem Überraschungseffekt von Drehbuch und Regie maßlos überschätzt wird. Durch diesen Kniff bedingt schwankt "Cut Snake" abrupt zwischen den Genres Thriller, Tragödie und Melodram und findet dabei selten Zwischentöne. Die unplausible Konstruktion schlägt sich auch im Spiel der Darsteller nieder: Vor allem Sullivan Stapleton als Pommie gelingt es nicht die innere Zerrissenheit seiner Figur glaubwürdig zu verkörpern.

So bleibt vieles in dieser Produktion bloß beliebig wirkendes Gimmick, vom Twist bis zum austauschbaren 70er-Jahre-Setting. Besonders im Finale wird deutlich, wie konventionell und altbacken Tony Ayres hier erzählt und dass der Bruch mit Stereotypen nicht unbedingt zur Innovation führt, sondern manchmal im schlimmsten Klischee enden kann.

Fazit: Dieser australische Psychothriller beginnt vielversprechend, aber verliert schnell an Reiz. Ein vorhersehbarer Handlungstwist lässt den Film unbeholfen zwischen den Genres schwanken und führt zum Finale hin zu reichlich abgedroschenen Klischees.




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