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Kritik: Mikro & Sprit (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Ob versponnenes Großstadtmärchen, surreale Tragikomödie oder ironischer Superheldenfilm – von dem aus Versailles stammenden Filmemacher Michel Gondry stammen nicht nur zahlreiche Musikvideos, sondern auch so manch fantastisches Kinoerlebnis. Nach Filmen wie "Science of Sleep" (2006), "Der Schaum der Tage" (2013) oder "The Green Hornet" (2011) überrascht der Regisseur dieses Mal mit einer Mischung aus Jugendfilm und Roadmovie – und erzählt dabei erstaunlich realistisch.

Selbstverständlich dürfen auch in "Mikro & Sprit" all die kleinen Einfälle und Ideen nicht fehlen, die mittlerweile zu Gondrys Markenzeichen geworden sind: Das von den jugendlichen Protagonisten erfundene und gebaute Gefährt, das halb Auto und halb Gartenlaube ist, ist da exemplarisch für den Charme des Film, der die Bescheidenheit des Selbstgemachten mit märchenhaften Träumereien verbindet. Allen Absurditäten und abgedrehten Gags zum Trotz steht im Zentrum jedoch die Geschichte, die recht nüchtern und bodenständig von den Nöten und Freuden zweier pubertierender Jungs erzählt.

Gondry, der auch das Drehbuch verfasst hat, stützt seine Coming-of-Age-Story auf eigene Erfahrungen sowie Erlebnisse als Jugendlicher und so verwundert es nicht, dass "Mikro & Sprit" beinahe etwas nostalgisch und wehmütig anmutet. Mit zarter Melancholie blickt der Filmemacher hier auf das Ende der Kindheit sowie das sexuelle Erwachen seiner Helden. Neben der pointierten Regie lebt das Jugendabenteuer dabei ganz von den starken Darstellern: Während Audrey Tautou einen denkwürdigen Auftritt als Mikros Mutter hat, können besonders die jungen Hauptdarsteller Ange Dargent und Théophile Baquet überzeugen. Wer kann, sollte sich den Film allerdings unbedingt in der französischen Originalfassung anschauen, da die deutsche Synchronisation ein wenig überdreht daherkommt.

Fazit: Michel Gondry bietet in seinem Jugendabenteuer erneut allerlei absurde sowie märchenhafte Einfälle. Im Zentrum steht jedoch die recht nüchtern erzählte Geschichte um zwei Freunde, die langsam erwachsen werden. So ist "Mikro & Sprit" bei aller Verspieltheit ein erstaunlich realistischer und teils wehmütiger Blick auf die Jugend. Neben der pointierten Regie können dabei vor allem die jungen Hauptdarsteller überzeugen.




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