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Ab in den Dschungel
Ab in den Dschungel
© Universum Film © SquareOne

Kritik: Ab in den Dschungel (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Ab in den Dschungel" ist die Fortsetzung des französischen Komödienhits "Projekt: Babysitting". Der Erstling lockte in Frankreich über zwei Millionen Besucher in die Kinos. Die Besonderheit der Komödien-Reihe ist, dass sie die Ereignisse im "Found Footage"-Stil schildert, also mit hektischer Wackelkamera. Ein Inszenierungs-Stil, der vor allem im Horror-Genre angewendet wird. Regie und Hauptrolle gehen erneut auf das Konto von Philippe Lacheau in der Rolle des liebenswürdigen aber naiven Franck, der von einer chaotischen Situation in die nächste stolpert. Lacheau machte sich von 2002 bis 2010 in Frankreich vor allem durch seine Rollen in diversen, erfolgreichen TV-Shows einen Namen. Der wilde Haufen wird in "Ab in den Dschungel" ergänzt durch den französischen Komiker und Star-Schauspieler Christian Clavier ("Asterix & Obelix").

Körperbetonter Slapstick und derber Witz prägten den ersten Film, und auch die Fortsetzung ist durchzogen von teils heftigem Brachial-Humor, der Freunde der "Hangover"-Filmreihe aber durchaus ansprechen könnte. Das ein oder andere Mal schießen die Scherze und Einlagen übers Ziel hinaus und sprengen die Grenzen des guten Geschmacks – etwa wenn bei einem Fallschirmsprung das beste Stück des Springers heftig durcheinander gewirbelt wird und die Kamera dabei genüsslich und konsequent draufhält. Viele Slapstick-Momente sind aber derart überraschend und rücksichtslos "brutal" (Stichwort: Ball), dass man sich das Lachen nur schwer verkneifen kann und der Film mit dem Mut punktet, womöglich das ein oder andere Mal Schockstarre beim Zuschauer hervorrufen zu können.

Es wird in männliche Geschlechtsteile getreten, heftige Schläge werden in diverse Gesichter verteilt und Erinnerungen an "Jackass" dadurch geweckt. Die Idee mit der greisen, "mobilen" Oma, die sich nichts gefallen lässt und den ein oder anderen heftigen Spruch parat ist, ist freilich auch nicht neu, hat aber durchaus auch seine komischen Seiten. Wenn man sich in diesen Augenblicken genüsslich zurücklehnt und sich berieseln lässt, erlebt man kurzweilige Unterhaltung, die stellenweise viel Freude und Unterhaltung bringt.

Gute Gags birgt auch immer wieder das "Go-Pro"-Material, das sich Sonia und die anderen Zurückgebliebenen ansehen und bald erkennen, was für einen schrillen, chaotischen Trip die Freunde im Regenwald erlebten – stets aus der Sicht der (teils verschollenen) Clique, von denen einige bisher nicht zurückgekehrt sind. Die Macher wiederholen dabei das Erfolgsrezept des Erstlings, immerhin ist exakt die gleiche Crew mit an Bord und auch die narrative Grundstruktur ist dieselbe.

Tatsächlich erfrischend und angenehm anders wirken die "Found Footage"-Bilder, einfach auch deswegen, weil man sie in Komödien bisher relativ selten gesehen hat. Sie bringen Rasanz und Abwechslung in den Film, auch wenn man sich an den hektischen, verwackelten Bildern spätestens mit Beginn des letzten Drittels irgendwann satt gesehen hat und Ermüdungserscheinungen auftreten – ein generelles Problem von "Found Footage":

Fazit: Obwohl nicht alle Gags neu sind und einige der heftig-rabiaten Scherze in "Jackass"-Manier übers Ziel hinausschießen, funktionieren viele komische Momente extrem gut, vor allem der körperbetonte Slapstick. Daneben sorgt der "Found Footage"-Stil bis zu einem gewissen Grad für angenehme Abwechslung.





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