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Kritik: Dilwale (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die beiden Hauptrollen in "Dilwale" übernahmen Shah Rukh Khan und Kajol, die als das beliebteste und erfolgreichste Leinwand-Paar in der Geschichte Bollywoods gelten. Bereits seit den mittleren 90er-Jahren stehen sie gemeinsam vor der Kamera und gaben seitdem in unzähligen romantischen Filmen immer wieder das hübsche, perfekt harmonierende Filmpaar. Die 41-jährige Kajol wurde 2012 von den Lesern von Indiens größter Filmzeitschrift zur ikonischsten Schauspielerin des Landes gewählt. "Dilwale" wurde ab März 2015 u.a. im kleinsten indischen Bundesstaat, Goa, und in Bulgarien gedreht. Seine Weltpremiere feierte der Film im Dezember 2015 im australischen Brisbane.

"Dilwale" galt schon vor Kinostart als sicherer Multimillionen-Blockbuster mit einem der höchsten Einspielergebnisse eines Bollywood-Films in jüngster Zeit. Zu groß sind die Namen der beiden Hauptdarsteller, die hier zum ersten Mal nach Jahren wieder gemeinsam vor die Kamera traten. Für Kajol ist es gar die Rückkehr auf die große Leinwand nach über fünf Jahren Kino-Pause (abgesehen von einem kurzen Tanzauftritt 2012). Fans von epischen, zwei- bis dreistündigen, knalligen Bollywood-Produktionen kommen hier freilich auf ihre Kosten. Der Film bietet Bollywood-Kino der klassischen Machart mit knallbunten Kleidern, betörenden Kulissen sowie Drehorten, charismatischen Darstellern und einem Genre-Mischmasch, wie es sich nur ein indischer Film leisten kann.

Bollywood-Freunde werden daher problemlos darüber hinwegsehen, dass "Dilwale" vieles gleichzeitig sein will: Gangsterthriller, Actionfilm (ungemein viele Verfolgungsjagden und sündhaft teure Luxusschlitten sind hier zu sehen), Familiendrama und Liebes-Schmonzette. Natürlich ist das scham- und hemmungslose Hin- und Herspringen zwischen den Versatzstücken und Regeln der vielen angeschnittenen Genres für den Bollywood-unerfahrenen Zuschauer arg gewöhnungsbedürftig und zieht die ein oder andere unausgegorene, unstimmige Phase im Film mit sich, dennoch: "Dilwale" bietet auch für Kinobesucher, die sonst nichts mit Bollywood-Kitsch und –Pomp anfangen können, zumindest eine ungemein unterhaltsame und atemberaubend bebilderte (Highlight: die in Island gedrehte, prachtvolle Liebessequenz zwischen Khan und Kajol) Achterbahnfahrt der Gefühle.

Darüber hinaus sind die Actionsequenzen, darunter vor allem die vielen Schlägereien und Schießereien, rasant gefilmt und gelungen choreografiert. Und das eigentliche Highlight sind ohnehin die beiden Bollywood-Legenden Khan und Kajol, die sich hier so harmonisch und sinnlich umgarnen und anschmachten wie einst in "Wer zuerst kommt, kriegt die Braut" (1995), ihrem bis heute wohl größten und bekanntesten Film.

Fazit: Mit vergleichsweise viel Action ausgestattetes, pompöses Bollwood-Event vor betörender Kulisse, das schamlos und manchmal im Minutentakt die Genres wechselt, aber vor allem dank des stark harmonierenden Hauptdarsteller-Duos unterhaltsame und melodramatische Kino-Magie bietet.




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