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Mittagssonne
Mittagssonne
© dejavu filmverleih

Kritik: Mittagssonne (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Mittagssonne" ist ein Werk des kroatischen Regisseurs Dalibor Matanic, der ebenfalls das Drehbuch zu diesem Drama geschrieben hat. Der Film lief 2015 in Cannes in der Sektion Un Certain Regard. 2002 stellte der Filmemacher mit seinem skurrilen Thriller "Schöne tote Mädchen" sogar den kroatischen Kandidaten für den Auslandsoscar.

"Mittagssonne" erzählt anhand dreier Liebesgeschichten zwischen einer Serbin und einem Kroaten vom Trauma des Jugoslawienkriegs und dessen bis heute reichenden Folgen. Der Symbolcharakter dieser drei Episoden wird noch dadurch hervorgehoben, dass alle drei Handlungsstänge am gleichen Ort angesiedelt sind und dass alle drei Liebespaare von den Schauspielern Tihana Lazovic und Goran Markovic verkörpert werden. Den beiden Mimen gelingt es mit ihrem realistischen Spiel ihren Charakteren Leben einzuhauchen und von reinen Bedeutungsträgern in reale Personen zu verwandeln. Dazu trägt ebenfalls bei, dass die beiden Charaktere und Konstellationen der beiden Liebenden in allen drei Geschichten variiert werden. Auf der anderen Seite steht jedoch die Art dieser Variationen wieder ganz im Dienst des übergreifenden Symbolismus.

Wirklich bemerkenswert an "Mittagssonne" ist die visuelle Ebene des Films. Immer wieder gelingen dem Kameramann Marko Brdar beeindruckende Landschaftspanoramen, schöne Detailaufnahmen, sorgfältig ausgeleuchtete Interieurs, atmosphärische Kontraste und kleine visuelle Kabinettsstückchen, wie die Unterwasseraufnahmen gegen Ende. Die Bilder von Brdar werden durch den perfekten Schnitt von Tomislav Pavlic, der schon bei "Schöne tote Mädchen" mit Dalibor Matanic zusammengearbeitet hatte, zu einem stimmigen Ganzen verknüpft, das mehr, als die Summe seiner Teile ist.

Fazit: "Mittagssonne ist ein visuell deutlich überdurchschnittliches Arthouse-Drama aus dem ehemaligen Jugoslawien, das auch aufgrund sehr guter schauspielerischer Leistungen den Zuschauer für sich einnimmt.




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