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Kritik: Himmelskind (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Bücher über Begegnungen mit Gott sowie Besuche im Himmel bilden in den letzten Jahren ein äußerst profitables Segment auf dem US-amerikanischen Literaturmarkt. Diesen Trend wollte natürlich auch die Filmindustrie nicht ungenutzt vorüberziehen lassen und so hat Hollywood nun schon eine ganze Reihe von Filmen produziert, die von Nahtoderfahrungen, religiösen Sinnkrisen und unerklärlichen Wundern erzählen.

Vor allem in den Vereinigten Staaten haben sich Dramen wie "Den Himmel gibt’s echt" (2014) als kommerziell sehr erfolgreich erwiesen und so kommt mit "Himmelskind" nun ein ganz ähnlicher Film in die Kinos. Beide Filme wurden von Joe Roth und dem einflussreichen Prediger T. D. Jakes produziert und beruhen auf autobiografischen Erfahrungsberichten. Zudem ist "Himmelskind" wie auch schon sein Vorgänger im Geiste durchaus aufwendig umgesetzt und kann nicht nur mit solidem filmischen Handwerk, sondern auch mit Jennifer Garner in der Hauptrolle punkten.

Garner spielt hier mit großem Engagement und ihre Performance ist letztlich das einzige, was das rührselige Drama unter der Regie von Patricia Riggen auch nur im Ansatz sehenswert macht. Im Grunde bietet "Himmelskind" nämlich nicht mehr als eine gefällige Bebilderung der literarischen Vorlage. Dabei steht vor allem die Affirmation von Zuschauern im Vordergrund, die sowieso schon an christliche Wunder glauben und sich noch einmal bestärkt sehen wollen. Eine kritische Auseinandersetzung mit seinen Themen oder gar einen Dialog erlaubt "Himmelskind" hingegen nicht: Wer nicht religiös ist oder zumindest von Wundergeschichten nach Manier der Boulevard-Medien Abstand nimmt, wird in Riggens Film wohl kaum etwas entdecken, das ihn zum Um- oder Nachdenken anregt.

Man kann sich als Ungläubiger nicht einmal richtig über dieses Glaubensdrama und all seine Unzulänglichkeiten ärgern. Denn dazu ist "Himmelskind" letztlich doch viel zu seicht und zu harmlos und dürfte trotz seines propagandistischen Bemühens wirkungslos im Kinosaal verpuffen.

Fazit: Dieses harmlose Drama erzählt auf seichte Weise von einer Glaubenskrise sowie einer wundersamen Heilung. Wer empfänglich ist für solche Wundergeschichten, wie sie auch die Boulevardpresse gerne verbreitet, wird sich durch "Himmelskind" in seinen Ansichten bestärkt fühlen, während der Film alle anderen Zuschauer wohl kalt lassen dürfte.




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