VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Boris sans Béatrice (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit dem Psychodrama "Boris sans Béatrice" ist der kanadische Regisseur Denis Côté nach "Vic + Flo haben einen Bären gesehen" (2013) im Jahre 2016 erneut im Wettbewerb der Berlinale vertreten. Sein neuer Film ist ein über weite Strecken recht trockenes und strenges Arthouse-Drama, das durch einige surreale Einschübe eine weitere Dimension erhalten soll, was jedoch nur bedingt gelingt. Zu sehr wirken Elemente, wie der "Mystery Man" wie aus anderen Filmen entlehnte Ideen, die sich nicht so recht mit dem restlichen Geschehen zu einem kongruenten Ganzen verbinden wollen. Zu schal wirkt auch die Botschaft, die mit größtmöglichen Tamtam an Boris herangetragen wird.

Es wäre wahrscheinlich überzeugender gewesen, wenn Denis Côté seine Handlung auf einer rein realistischen Ebene belassen hätte. So hat man jedoch den Eindruck, dass der Filmemacher sich nicht richtig entscheiden konnte, was für eine Art von Film "Boris sans Béatrice" eigentlich sein soll. Dabei funktioniert er als ein reines Drama trotz der leichten Sperrigkeit sehr gut. Dies liegt zum einen daran, dass die Strenge der Inszenierung mit der Härte von Boris Charakter korrespondiert. Zudem wirken sämtliche wichtigen Charaktere sehr echt und sind mit guten Schauspielern besetzt, denen es gut gelingt, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Wenn dahingegen der grandiose Denis Lavant (der geheimnisvolle Vierkleidungskünstler aus "Holy Motors") als Mystery Man in Erscheinung tritt, so hat man einfach das Gefühl, dass sich hier jemand in den falschen Film verirrt hat.

Fazit: Das Psychodrama "Boris sans Béatrice" funktioniert gut als Drama, jedoch nur bedingt als surreal angehauchte Parabel. Zu schlecht verbinden sich diese Elemente zu einem Ganzen und zu banal erscheint die Moral der Geschichte.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.