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Dirty Cops: War on Everyone
Dirty Cops: War on Everyone
© Constantin Film

Kritik: Dirty Cops: War on Everyone (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit der ziemlich durchgeknallten Krimikomödie "War on Everyone" kehrt der irische Regisseur John Michael McDonagh 2016 auf die Berlinale zurück, wo im Vorjahr bereits seine eigensinnige Tragikomödie "Calgary" zu sehen war. Doch während der schwarzhumorige "Calgary" in seinem Kern eine sehr ernsthafte und traurige Geschichte um pädophile katholische Priester und ihre Opfer erzählte, ist in "War on Everyone" von der ersten Szene an klar, dass dies ein Film ist, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Dabei bietet McDonaghs neues Werk durchaus thematische Anklänge an den düsteren Vorgänger. Aber trotzdem ist der Film von einer großen Leichtigkeit und Spritzigkeit, bei welcher der Unterhaltungswert stets im Vordergrund steht.

In "War on Everyone" zählt auch weniger die aus Genre-Versatzstücken zusammengebastelte Handlung, als die skurrilen Charaktere und die absurden Dialoge. Bob und Terry sind nicht nur die größten Gauner in ihrer Polizeieinheit, sondern insbesondere zwei große Quasseltüten, die permanent ein Feuerwerk an eloquenten Unsinn abfeuern, wie man es so ähnlich aus den besseren Filmen eines gewissen Quentin Tarantino kennt. Dabei setzt Michael McDonagh jedoch deutlich weniger auf Gewaltexzesse, als auf skurrile Charaktere und Situationen:

Da schieben Bob und Terry einem Kleindealer zuerst ein Briefchen Koks unter, das sie aus seinem Anus gezogen haben wollen, um es anschließend spontan zu dritt vor Ort und Stelle zu verbrauchen. Da erweisen sich eine Unterweltgröße als ein tuntiger Psychopath und die neue Freundin eines Gangsters als ein Transvestit. Da reisen Bob und Terry einem Ganoven an einen abgelegenen Ort, weit, weit weg von der Heimat hinterher und stellen sich recht wahllos an einem Platz auf um diesen zu finden, wo er ihnen selbstverständlich gleich im nächsten Moment über den Weg läuft. Kurz gesagt: "War on Everyone" bietet eine geballte Ladung an Unsinn von großem Unterhaltungswert.

Fazit: Die Krimikomödie "War on Everyone" schrammt öfter hart am reinen Klamauk vorbei, gefällt jedoch durch ihren absurden Ton und ist ziemlich unterhaltsam.




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