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The Whispering Star
The Whispering Star
© Rapid Eye Movies

Kritik: The Whispering Star (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"The Whispering Star" ist nur einer von fünf Kinofilmen, die der überaus umtriebige Ausnahmeregisseur Sion Sono 2015 fertiggestellt hat. Und doch dürfte es gerade diesem ungewöhnlichen Science-Fiction-Film am leichtesten gelingen, aus der mittlerweile schwer zu überschaubaren Masse an Sono-Produktionen herauszustechen. Überraschend und unkonventionell ist zwar eigentlich das gesamte Werk des japanischen Filmemachers, das vom Hiphop-Musical bis zum feministischen Splatterfest reicht, doch in "The Whispering Star" zeigt sich Sono noch einmal von einer unbekannten Seite: Denn wo es sonst nicht selten grell, laut und blutig zugeht, da erweist sich dieser Trip durchs Weltall als erstaunlich besinnliche Reise.

In Schwarzweiß sowie im Flüsterton folgt Sono der Protagonistin und sinniert zusammen mit dieser über das Menschsein. Wie immer nimmt sich der Filmemacher dabei seine Zeit, immerhin eine Stunde und vierzig Minuten läuft der Film und dürfte durch seine relative Ereignislosigkeit und das gelassene Tempo die Geduld so mancher Zuschauer herausfordern. Wem es trotzdem gelingt, sich auf "The Whispering Star" einzulassen, der wird jedoch mit eine eigensinnigen, kunstvoll fotografiertem Kinoerlebnis belohnt.

Neben der charismatischen Hauptdarstellerin Megumi Kagurazaka sind besonders die Sets von großem Reiz. Entgegen aller Genrekonventionen sieht das Innere des Raumschiffs etwa aus wie ein traditionelles japanisches Wohnzimmer und um verwüstete Planeten zu zeigen, muss Sono gar keine computergenerierten Effekte bemühen: Die Ruinenlandschaften von Fukushima dienen hier als Kulisse und rücken den Science-Fiction-Film so auf unheimliche Weise noch ein ganzes Stück näher an unsere Wirklichkeit und die japanische Zeitgeschichte.

Fazit: Sion Sono sinniert in seinem erstaunlich ruhigen Film über das Menschsein. Die charismatische Hauptdarstellerin sowie die ungewöhnliche Verknüpfung von Science-Fiction-Motiven mit japanischer Zeitgeschichte lassen dabei über das etwas behäbige Tempo dieser ebenso kunstvollen wie eigensinnigen Reise hinwegsehen.





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