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Life is a moment
Life is a moment
© Gmfilms © barnsteiner-film

Kritik: Life is a moment (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der indische Regisseur Sanjay Sharma hatte bereits 2010 eine schwule Bollywood-Romanze, "Dunno Y Na Jaane Kyun...", herausgebracht. Nun legt er mit "Dunno Y 2... Life Is a Moment", wie sein neuer Spielfilm im Original heißt, nach. Wieder spielen Kapil Sharma und Yuvraaj Parashar das Liebespaar, allerdings ist die Geschichte keine Fortsetzung des ersten Teils, sondern steht für sich. Für die Regie ist außer Sharma auch die Norwegerin Tonje Gjevjon zuständig, die zudem eine Nebenrolle spielt an der Seite weiterer Mitglieder ihrer "Hungry Hearts Pin-Up Performance Band". Die lesbische Musikgruppe trägt auch eigene Songs wie "Die große Fickerei" vor. Diese filmische Zusammenarbeit vollzieht also einen nicht alltäglichen interkulturellen Brückenschlag zum Thema Homosexualität.

Ayan fühlt sich in Oslos Queer-Szene wie im Paradies, ist doch Homosexualität in Pakistan verboten. Hier aber gehen die Uhren anders und der Film zeigt genüsslich, aber ohne explizite Sexszenen, wie: Die Botschaft an die pakistanische und die indische Gesellschaft lautet, dass die Zivilisation nicht untergeht, wenn die Leute ihren Spaß haben und dass Schwule und Lesben ganz vernünftige Menschen sind. Für die Enttabuisierung plädieren am Ende mit neuen, versöhnlichen Ansichten auch Ayans Mutter und Schwägerin. Da sind sie ihren Männern voraus, die lieber an den alten Fronten grollen, wie zum Beispiel der Feindschaft zwischen Hindus und Moslems. Die ist ein weiterer Grund für Ayans Bruder, gegen seine Verbindung mit Ashley zu sein.

Die interessanten Auftritte der "Hungry Hearts" und die Rollen, die einige ihrer Mitglieder im Film spielen, sorgen für progressiven Pep. Auch die Szenen, in denen Ayan und Ashley Zärtlichkeiten austauschen oder einfach nur den Sommer genießen, ergeben schöne, musikalisch untermalte Schnappschüsse. Sie vermitteln eine lustvolle, genießerische Atmosphäre, wie sie auch typisch für den Bollywoodfilm ist. Dafür sorgen auch die Gesangs- und Tanzeinlagen, die zum Teil mit schrägem Charme überraschen und zur experimentell-kreativen Note der Koproduktion beitragen. In Sachen Professionalität und Opulenz reicht der Film an das ganz große Bollywood-Kino allerdings so wenig heran wie seine Länge, wobei gerade diese wiederum positiv zu Buche schlägt.

Fazit: Können Inder und Pakistanis eines Tages auch daheim unbehelligt queere Partnerschaften eingehen, oder weiterhin nur in fernen Ländern wie Norwegen? Diese filmische Zusammenarbeit des indischen Regisseurs Sanjay Sharma mit der norwegischen Künstlerinnengruppe "The Hungry Hearts Pin-Up Performance Band" richtet den Blick auf die indisch-asiatische Zielgruppe, wenn sie für die Enttabuisierung der Homosexualität plädiert. Dafür kommt sie im Gewand eines mal schräg, mal unschuldig-naiv wirkenden Romantikdramas mit Gesang- und Tanzeinlagen daher, das entspannt unterhält.





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