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Kritik: Time Was Endless (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Urwald um Manas herum gilt mit über 5 Millionen verschiedenen Arten, als der Ort mit der höchsten Biodiversität auf dem gesamten Planeten. Inmitten dieser unberührten Natur und eingebettet in die alte schamanistische Kultur wächst Anderson auf und macht einen harten Ritus mit, bevor er in die moderne Großstadt entlassen wird. Aber selbst als er bereits dort wohnt, versucht man sich immer wieder massiv in das Leben von ihm und von seiner Schwester einzumischen. Doch wer seine Hand in einen geflochtenen Handschuh voller riesiger Ameisen gesteckt hat, der ist auch fit für prekäre Lebensverhältnisse in der Metropole, wilde nächtliche Metallkonzerte und Sex mit Männern und älteren Frauen.

Die beiden Regisseure Sérgio Andrade und Fábio Baldo finden für diese Geschichte eines Wanderers zwischen zwei Kulturen starke Bilder und starke Töne. Anstatt sich in Ehnokitsch zu ergeben zeigen sie auf eine sehr sachliche und zugleich sehr sinnliche Weise die für westliche Augen bizarren schamanistischen Riten eines Heilers aus Andersons Stamm. Als jener sich in der Großstadt zunehmend wirklich wohl mit seinem Leben und in seinem Körper zu fühlen beginnt, so wird dies anhand einer kraftvollen Szene illustriert, bei der Anderson mit nacktem Oberkörper am Fluss steht und seinen Body reckt, während die elektronischen Klänge von Kraftwerks "Radioactivity" ertönen.

Fazit: Von Pathos und ohne Ehnokitsch erzählt das brasilianische Drama "Time Was Endless" auf kraftvolle Weise, wie ein junger Indio seinen Weg zwischen Stammeskultur und modernem Großstadtleben findet.





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