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Mother's Day - Liebe ist kein Kinderspiel
Mother's Day - Liebe ist kein Kinderspiel
© NFP marketing & distribution / Mothers Movie LLC.

Kritik: Mother's Day - Liebe ist kein Kinderspiel (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nach "Valentinstag" (2010) und "Happy New Year" (2011) liefert der im Juli 2016 verstorbene US-Regisseur Garry Marshall mit "Mother's Day – Liebe ist kein Kinderspiel" abermals ein Ensemblestück, in welchem ein Feiertag den diversen Episoden einen Rahmen gibt. Das Drehbuch von Anya Kochoff, Matthew Walker und Tom Hines umfasst eine Reihe von Geschichten, die sowohl tragische als auch komische Elemente enthalten. Das Dramatische verläuft dabei in recht überschaubaren Bahnen, die humoristischen Passagen driften indes nicht selten ins Alberne ab: Eine aufblasbare Riesen-Wasserrutsche, aus der plötzlich die Luft gelassen wird, sowie ein Muttertagsumzugswagen im Gebärmutter-Look, der die Verfolgung eines außer Kontrolle geratenen Wohnmobils aufnimmt, zählen zu den vermeintlichen Highlights im komödiantischen Bereich; Dialogwitz kommt kaum auf.

Während die Krise der von Jennifer Aniston verkörperten Sandy weitgehend belanglos bleibt, aber immerhin ein paar amüsante Momente hervorbringt (Stichwort: Snackautomat), wird der Strang um das von Kate Hudson und Sarah Chalke gespielte Schwesternpaar mehr und mehr zum Ärgernis. Für eine screwball comedy aus den 1950er Jahren wäre die Prämisse, dass die beiden ihre rassistisch und homophob veranlagten Eltern in Bezug auf ihr Familienleben jahrelang angelogen haben und nun mit einem überraschenden Besuch konfrontiert werden, womöglich noch halbwegs interessant – im Jahre 2016 ist sie das allerdings nur noch in deutlich geringerem Grade. Hinzu kommt, dass der Film diesen Konflikt zu keiner Sekunde ernst nehmen möchte: Robert Pine und Margo Martindale treten in der Elternrolle als Knallchargen aus der texanischen Wohnwagensiedlung auf; die Enthüllung der Wahrheit führt lediglich zu klamaukigen Auseinandersetzungen, die allzu rasch überwunden werden können. Dass eine lesbische Figur samt Partnerin einen tragenden Part in einer Mainstreamproduktion hat, ist grundsätzlich sehr begrüßenswert – doch dass die sexuelle Orientierung die einzige erkennbare Eigenschaft der beiden Frauen bleibt, macht "Mother's Day" weniger zu einem progressiven als vielmehr zu einem äußerst altbackenen Werk. Gleiches galt schon für "Valentinstag", in dem ein schwules Paar zu sehen war.

Mit Marshalls vorherigen Episoden-romcoms teilt diese letzte Arbeit des Filmemachers überdies die Einflechtung von Patriotismus, indem Jennifer Garner durch Fotos und alte Videoaufnahmen als gefallene US-Marinesoldatin präsent ist, die zwei Töchter und den von Jason Sudeikis interpretierten Ehemann hinterlassen hat. Sudeikis' Darstellung als Witwer und bemühter Vater überzeugt; gleichwohl gehen die Szenen, die sich der Trauer und dem Versuch eines Neubeginns widmen, selten in die Tiefe. Julia Roberts, die einst mit Marshalls "Pretty Woman" (1990) ihren Durchbruch feierte, bietet im Zusammenspiel mit ihrem damaligen Co-Star Hector Elizondo eine Hommage auf ihre Paraderolle, obendrein trägt sie die Perücke, mit der bereits ihre Figur Anna Scott in einem Filmauftritt in "Notting Hill" (1999) ausgestattet wurde; ihre solide Performance in "Mother's Day" wird hingegen kaum als zitierwürdiger Karrierehöhepunkt in Erinnerung bleiben.

Fazit: Süßer Quark aus der Hollywood-Küche. Eine filmische Nichtigkeit mit sehr vielen Stars, aber nur ganz wenig Klasse.





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