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Closet Monster
Closet Monster
© Pro Fun Media

Kritik: Closet Monster (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Coming-of-Age-Filme sind selbstverständlich keine Seltenheit, vor allem im queeren Kino gehören Geschichten über das Erwachsenwerden sowie die schwierige Zeit des Coming-outs zum festen Programm. Mit seinem teilweise autobiografisch geprägten Regiedebüt wagt sich nun auch der kanadische Filmemacher Stephen Dunn auf diese umkämpfte Terrain und bietet dabei klassische Zutaten: Ein jugendlicher Außenseiter, ein kleinstädtisches Setting, eine beste Freundin, Konflikte mit den Eltern sowie das erste Verliebtsein sind die nicht gerade originellen Eckpfeiler dieses Dramas.

Und dennoch fühlt sich "Closet Monster" nach mehr an als als bloß dem x-ten Aufguss einer altbekannten Story. Das liegt zuallererst einmal daran, dass der Drehbuchautor und Regisseur Dunn seinen konventionellen Plot mit zahlreichen fantastischen Elementen und skurrilen Einfällen anreichert. Ein von Isabella Rossellini gesprochener Hamster sowie an David Cronenberg gemahnende Körperhorror-Szenarien sorgen dabei nicht nur für Abwechslung, sondern fügen sich stimmig in die Handlung ein. Stereotype Motive aus Fantasy- und Gruselfilmen illustrieren hier nämlich perfekt die Welt eines Pubertierenden und verleihen "Closet Monster" seinen ganz eigenen Ton zwischen Schrecken, lakonischem Witz und bittersüßem Herzschmerz.

Ein weiterer Faktor, durch den sich Dunns Erstling von der Konkurrenz abzusetzen vermag, ist neben dem tollen Elektropop-Soundtrack das starke Casting. Aus TV-Serien bekannte Nebendarsteller wie Aaron Abrams ("Hannibal") oder Joanne Kelly ("Warehouse 13") lassen als Oscars Eltern etwas durch ihr Spiel manche Schwäche des Drehbuchs vergessen. Star des Films ist allerdings allein der junge Hauptdarsteller Connor Jessup, der den Film mit Bravour trägt und einfühlsam den schwulen Helden verkörpert.

Fazit: Trotz seines konventionellen Plots überrascht Stephen Dunns Coming-of-Age-Drama mit zahlreichen fantastischen Elementen und skurrilen Einfällen. Motive des Horrorfilms werden in "Closet Monster" zu stimmigen Bildern des Erwachsenwerdens und sorgen für einen ganz eigenen Tonfall zwischen Schrecken, Witz und bittersüßem Herzschmerz. Ein toller Soundtrack sowie ein starker Hauptdarsteller runden dieses gelungene Regiedebüt ab und lassen kleine Schwächen des Drehbuchs vergessen.




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