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Der Glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki
Der Glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki
© Camino

Kritik: Der Glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Finnland reichte den Film offiziell für die Oscars im nächsten Jahr, in der Kategorie "Bester ausländischer Film", ein – und kann sich berechtigte Hoffnungen machen. Denn der gefühlvolle Sportfilm räumte zuvor bereits auf anderen, internationalen Festivals ab. Die wichtigste Auszeichnung: der Hauptpreis in der Kategorie "Un Certain Regard" bei den Filmfestspielen in Cannes 2016. "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" beruht dabei auf der wahren Geschichte des Finnen Mäki, der heute 80 Jahre alt ist. Der Sportler beendete 1973 seine Profikarriere. Für Regisseur Juho Kuosmanen ist "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" das Spielfilm-Debüt.

Nahezu jeder kennt in dem kleinen Land im Norden Europas die Geschichte von Olli Mäki, der in seiner Heimat wie ein Nationalheld verehrt wird. Ob es daran liegt, dass Mäki einmal kurz davor stand, ein finnischer Boxweltmeister zu werden? Oder weil ihm etwas ganz anderes im Leben – die Liebe nämlich – stets wichtiger war als sportlicher Erfolg? Vermutlich beides, allerdings legt der (in Schwarz-Weiß gedrehte) Film seinen Schwerpunkt klar auf den zweiten Aspekt. Und damit widersetzt sich Regisseur Kuosmanen in seinem beachtlichen Erstlingswerk mal eben so den Grundprinzipien und Regeln des Sportfilms.

In "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" stehen nämlich nicht der Erfolg, unbedingter Wille, hartes Training und der Glaube an sich selbst im Mittelpunkt. Vielmehr konzentriert sich das einfühlsam inszenierte Werk ganz auf seine sympathische, introvertierte Hauptfigur, deren Innenleben und damit auch auf die Beziehung zu seiner großen Liebe Raija. Dazu garniert Kuosmanen sein Debüt immer wieder mit – für die Finnen so typischem – leisem Humor sowie einer zarten Empfindsamkeit und Schwermut. Dies alles zeichnet immer wieder auch die Produktionen der Kaurismäki-Brüder, die bekanntesten Regisseure Finnlands, aus. Beides – Humor und Melancholie – bringt "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" etwa bei den öffentlichen Auftritten des Sportlers zusammen. Angetrieben durch seinen idealistischen Manager (überzeugend: Eero Milonoff), soll Mäki den kompletten PR-Zirkus im Vorfeld eines Boxkampfes durchlaufen: vom öffentlichen Wiegen über Pressekonferenzen bis hin zu Treffen mit den Sponsoren und Geldgebern.

Wenn Mäki etwa von seinem Manager erst dazu überredet werden muss, besonders grimmig zu schauen oder die Fäuste vor der Kamera zu bewegen, dann sind das wahrhaftige Momente melancholischsten Humors. Oder wenn er auf einer Pressekonferenz ganz deutlich äußert, welche Bedeutung eine Niederlage für ihn selbst hätte – nämlich gar keine. In diesen Situationen wirkt der junge Boxer derart fehl am Platz, dass man sich als Zuschauer anfangs ab und an nicht zwischen Mitleid und Fremdschäden entscheiden kann. Dann aber wird klar: Mitleid oder Scham sollte man eher für seinen Manager oder all die anderen, profit- und mediengeilen Vertreter des Sportzirkus, empfinden. Diesen stehen die Dollarzeichen in den Augen. Ruhm und Erfolg sind für sie alles, was zählt.

Liebenswürdig, unverstellt und zutiefst menschlich aber ist Olli Mäki – auch bei den öffentlichen Auftritten. Und: für ihn geht eine erfüllte, glückliche Beziehung über alles. Das ist mehr wert als jeder Weltmeistertitel. Gegen Ende fasst Kuosmanen dann nochmal all jenes zusammen, für das "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" steht. Das Feingefühl, sowie die Melancholie und die Botschaft des Films, bringt der zu Herzen gehende Schluss nämlich kongenial zum Ausdruck.

Fazit: Feinfühlige, mit einer starken Botschaft garnierte Melange aus Sportfilm, Romanze, Drama und Komödie mit einer zutiefst menschlichen, sympathischen Hauptfigur.




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